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Athenagoras (2. Jhd.) - Bittschrift für die Christen (Apologia pro Christiana)

7.

Fast alle, die auf die Weltprinzipien zu sprechen kommen, sind selbst gegen ihren Willen darüber einig, daß die Gottheit nur eine ist, und sie dürfen über die Gottheit ungehindert reden und schreiben, was sie wollen. Wenn aber dann wir behaupten, daß der Ordner dieses Alls der eine Gott ist, so steht uns unbegreiflicher Weise ein Gesetz entgegen, obwohl wir das von uns Erkannte und richtig Geglaubte, nämlich die Einheit Gottes, mit sicheren Anzeichen und Gründen darzutun vermögen. Dichter und Philosophen traten nämlich wie an andere so auch an dieses Thema nur mit [S. 282] Vermutungen heran, wobei zwar jeder je nach dem Grade seiner Empfänglichkeit für das göttliche von seinem eigenen Inneren sich angeregt fühlte zu suchen, ob er die Wahrheit finden und verstehen könne, aber doch nur soviel Erfolg hatte, daß er sich allerlei Gedanken machte, ohne aber das Seiende wirklich zu finden; denn er suchte nicht bei Gott Belehrung über Gott sondern nur bei sich selbst. Daher haben sie auch über Gott und Materie, über Ideen und Welt widersprechende Lehren aufgestellt. Wir dagegen haben für unsere Erkenntnis und für unseren Glauben die Propheten zu Zeugen, die in der Kraft des göttlichen Geistes über Gott und göttliche Dinge Offenbarungen gegeben haben. Auch Ihr, die ihr durch Eure Einsicht und durch Eure Frömmigkeit gegen das wahrhaft göttliche die andern überraget, dürftet zugeben, daß es unvernünftig ist, von der gläubigen Hingabe an den göttlichen Geist, der den Mund der Propheten wie (der Musiker) ein Instrument rührte, abzulassen und sich nach Menschenmeinungen zu richten.

 

 

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Einleitung zu Athenagoras' Bittschrift für die Christen
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger