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Athenagoras (2. Jhd.) - Bittschrift für die Christen (Apologia pro Christiana)

34.

Trotz so erhabener Grundsätze (doch wozu sollte ich die Geheimnisse ausplaudern?) bekommen wir Vorwürfe zu hören, so daß sich das Sprichwort bewahrheitet: „Die Dirne (tadelt) die Anständige.“ Leute, die förmlichen Mädchenhandel treiben, die mit Umgehung der Gesetze der Jugend Gelegenheit zu schändlichen Ausschweifungen jeder Art bieten, die sich nicht einmal männlicher Personen enthalten, sondern als Männer an Männern Arges verüben, Leute, die gerade die stattlichsten und schönsten Leiber auf alle Art schänden und das herrliche Schöpfungswerk Gottes in den Staub ziehen (denn die Schönheit auf Erden ist [S. 323] nicht von selbst da, sondern wird von Gottes Hand und Huld gesendet), solche wagen es, Schändlichkeiten, deren sie sich selbst bewußt sind und die sie auch ihren Göttern nachsagen, weil sie darin etwas Rühmliches und der Götter Würdiges erblicken, uns aufzubürden! Uns, die wir entweder ein ganz jungfräuliches oder ein streng monogamisches Leben führen, wollen die Ehebrecher und Knabenschänder herabwürdigen, sie, die wie Fische leben, denn auch diese verschlingen jeden, der ihnen in den Weg kommt, und der Stärkere macht Jagd auf den Schwächeren. O, das ist Versündigung an Menschenfleisch, wenn man unbeachtet der von Euch und Euren Vorfahren in gerechter Erwägung gegebenen Gesetze Menschen so sehr bedrängt, daß selbst die von Euch aufgestellten Statthalter mit den Prozessen nicht mehr fertig werden, und wenn man dies noch dazu solchen Menschen antut, die nicht einmal bei Schlägen sich zurückziehen dürfen und nicht einmal bei Schmähungen Segensworte unterlassen dürfen. Denn bloß gerecht sein ist noch zu wenig; gerecht sein heißt Gleiches mit Gleichem vergelten; wir aber haben die Vorschrift, gut und geduldig zu sein.

 

 

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Einleitung zu Athenagoras' Bittschrift für die Christen
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger