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Athenagoras (2. Jhd.) - Bittschrift für die Christen (Apologia pro Christiana)

3.

Drei Beschuldigungen sind gegen uns gang und gäbe: Atheismus, thyesteische Mahlzeiten, ödipodeische Beilager. Beruht solches auf Wahrheit, o dann schont kein Geschlecht, dann schreitet gegen die Verbrechen ein und rottet uns aus samt Weib und Kind, wofern nämlich wirklich ein Mensch nach Art von Tieren lebt! Doch selbst die Tiere befassen sich nicht mit solchen, die ihnen verwandt sind, und vereinigen sich nach dem Gesetze der Natur und nur zur Brunstzeit, nicht willkürlich; auch kennen sie ihre Wohltäter. Wenn nun einer wilder lebt als selbst die Tiere, welche Strafe wird er dafür erleiden müssen, um nach Gebühr bestraft zu sein? Wenn aber jene Beschuldigungen nur Faseleien sind, nur Ausgeburten der Verleumdungssucht (denn ganz naturgemäß liegt der Tugend die Schlechtigkeit gegenüber und Gegensätze streiten miteinander nach göttlicher Anordnung), wenn Ihr selbst uns das Zeugnis gebt, daß wir nichts solches verüben, indem Ihr uns auffordert, kein Geständnis abzulegen 1, so verbleibt Euch die Pflicht, unseren Lebenswandel, unsere Grundsätze, unsere Ergebenheit und Dienstbeflissenheit gegen Euch und Euer Haus und Eure Regierung zu untersuchen und uns so endlich - nicht weiter entgegenzukommen als unsern Verfolgern. Dann werden wir über sie siegen, treten wir ja doch unbedenklich sogar mit unserm Leben für die Wahrheit in die Schranken.

1: So nach der Konjektur Lindners. Ein Christ als Angeklagter konnte sich durch bloße Ableugnung des christlichen Namens der Strafe entziehen, und wohlwollende Richter forderten manchmal sogar hiezu auf.

 

 

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Einleitung zu Athenagoras' Bittschrift für die Christen
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger