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Justin der Märtyrer († um 165) - Erste Apologie

52. Die Erfüllung vieler Prophezeiungen verbürgt das Eintreffen der übrigen.

Da wir nun gezeigt haben. daß alles; was geschehen ist, vor dem Geschehen schon vorhergesagt war, so muß man in bezug auf ähnliche, aber noch nicht erfüllte [S. 119] Weissagungen der Zuversicht sein, daß sie durchaus in Erfüllung gehen werden. Denn wie die bereits erfüllten Weissagungen, auch wenn sie nicht begriffen wurden, eingetroffen sind, so werden auch die übrigen, auch wenn man sie nicht begreift und ihnen keinen Glauben schenkt, in Erfüllung gehen. Die Propheten haben nämlich ein zweimaliges Kommen Christi vorhergesagt, das eine, das schon der Geschichte angehört, als das eines mißachteten und leidensfähigen Menschen, das andere aber, wenn er ihrer Verkündigung gemäß in Herrlichkeit vom Himmel her mit seiner Engelschar erscheinen wird, wenn er auch die Leiber aller Menschen, die je gelebt haben, wieder auferwecken und die der Würdigen mit Unverweslichkeit bekleiden 1, die der Ungerechten aber in ewiger Empfindungsfähigkeit mit den bösen Geistern ins ewige Feuer verweisen wird. Daß aber auch dieses als künftig eintretend vorausgesagt ist, werden wir dartun; der Prophet Ezechiel sagte nämlich: „Fügen wird sich Gelenk an Gelenk, Bein an Bein, und Fleisch wird wieder nachwachsen 2. Und jegliches Knie wird sich dem Herrn beugen und jede Zunge wird ihn preisen“ 3. Welche Empfindung und Pein aber die Ungerechten haben werden, entnehmet einem ähnlichen darauf bezüglichen Ausspruch; es heißt nämlich: „Ihr Wurm wird nicht ruhen und ihr Feuer nicht erlöschen“ 4. Und dann werden sie Reue empfinden, aber es wird ihnen nichts mehr helfen. Was aber die Juden sagen und tun werden, wenn sie ihn in Herrlichkeit kommen sehen, wurde durch den Propheten Zacharias also geweissagt: „Ich werde den vier Winden befehlen, die zerstreuten Kinder zu versammeln, ich werde dem Nordwind befehlen, heranzubringen und dem Südwind, nicht entgegenzuwehen. Und dann wird in Jerusalem ein großes Klagen sein, nicht ein Klagen des Mundes oder der Lippen, sondern ein Klagen des Herzens, und sie werden nicht ihre Kleider zerreißen, sondern ihre Herzen. Klagen werden sie Stamm für Stamm, und [S. 120] dann werden sie schauen, den sie durchstochen haben und werden sagen: Warum, Herr, hast du uns abirren lassen von deinem Wege? Die Herrlichkeit, die unsere Väter gepriesen haben, ist uns zur Schande geworden“ 5.

1: Vgl. 1Kor. 15,53.
2: Ez. 37,7.
3: Is. 45,23.
4: Ebd. 66,24.
5: Zach. 2,6; 12,10-12; Joel 2,13; Is. 63,17; 64,11.

 

 

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Einleitung zu Justin dem Märtyrer

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger