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Justin der Märtyrer († um 165) - Erste Apologie

40. Weissagungen über die Apostel und Lehrer der Kirche.

Höret nun auch, wie über die Verkünder seiner Lehre und die Herolde seines Erscheinens geweissagt wurde. Der vorhin genannte Prophet und König sprach auf Eingebung des prophetischen Geistes also: „Der eine Tag ruft dem andern die Kunde zu und die eine Nacht gibt der anderen Kenntnis; das sind nicht Sprachen noch Reden, deren Stimmen man nicht vernähme; über die ganze Erde ging aus ihr Schall und bis zu den Grenzen der Erde ihre Worte. In der Sonne hat er sein Zelt aufgeschlagen und sie, wie ein Bräutigam aus ihrer Kammer hervortretend, freut sich, wie ein Riese ihre Bahn zu durchlaufen“ 1. Hieran noch andere Prophetenworte desselben David zu reihen, halten wir für gut und angemessen, weil ihr daraus ersehen könnt, wie der prophetische Geist die Menschen zu leben ermahnt und wie er auf den Bund hinweist, der zwischen dem Judenkönig Herodes nebst den Juden selbst und eurem damaligen Statthalter Pilatus samt seinen Kriegsleuten gegen Christus geschlossen wurde, daß ferner Angehörige aller Menschenklassen an ihn glauben würden, sowie daß Gott ihn Sohn nennt und ihm alle Feinde zu unterwerfen versprochen hat, und wie die Dämonen, soweit [S. 107] sie können, der Gewalt Gottes, des Vaters und Herrn aller Dinge, und auch Christi sich zu entziehen suchen, und wie endlich Gott alle Menschen zur Buße ruft, ehe der Tag des Gerichtes kommt. Die Worte lauten: „Heil dem Manne, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, nicht steht auf dem Wege der Sünder und nicht sitzt auf dem Lehrstuhle des Verderbens, sondern seine Lust hat am Gesetze des Herrn und darin forscht Tag und Nacht. Er wird sein wie der an Wasserläufen gepflanzte Baum, der seine Frucht spendet zu seiner Zeit, dessen Laub nicht abfällt; alles, was er unternimmt, wird gedeihen. Nicht so die Gottlosen, nicht so, sondern wie Spreu, die der Wind vom Angesichte der Erde wegfegt. Darum werden Gottlose im Gerichte nicht bestehen noch Sünder im Rate der Gerechten; denn der Herr kennt den Weg der Gerechten und der Weg der Gottlosen wird sich verlieren 2. Warum sollen Heiden und Völker ersinnen Eitles? Die Völker der Erde stehen auf, versammeln sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten, indem sie sprechen: Lasset uns zerreißen ihre Bande und abwerfen von uns ihr Joch! Der im Himmel wohnt, wird ihrer lachen und der Herr wird ihrer spotten; dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorne und in seinem Grimme wird er sie verwirren. Ich aber bin als König von ihm bestellt über Zion seinen heiligen Berg, als Verkünder des Gesetzes des Herrn. Der Herr sprach zu mir: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir und ich werde dir geben Völker zu deinem Erbe und zu deinem Besitze die Grenzen der Erde; du sollst sie weiden mit eisernem Stabe und wie Töpfergeschirre sie zerbrechen. Und nun, ihr Könige, seid verständig, laßt euch belehren alle, die ihr richtet auf Erden! Dienet dem Herrn in Furcht und jauchzet ihm zu mit Zittern! Nehmet Zucht an, damit nicht etwa der Herr erzürne und ihr vom rechten Wege ins Verderben geht, wenn in Bälde sein Grimm entbrennt. Glücklich alle, die auf ihn vertrauen!“ 3

1: Ps. 18,3-6.
2: Ps. 1.
3: Ps.2.

 

 

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Einleitung zu Justin dem Märtyrer

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger