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Aristides v. Athen (2. Jhd.) - Apologie

[S. 31] 4.

1. Wenden wir uns jetzt, o Kaiser, den (einzelnen) Elementen 1 selbst zu, um von ihnen zu beweisen, daß sie keine Götter sind, sondern vergängliche und veränderliche Kreatur, die dem Menschen 2 nachgebildet ist 3. Gott aber ist unvergänglich, unveränderlich und unsichtbar, während er selbst alles sieht, wandelt und ändert 4.

2. Die nun glauben, die Erde sei Gott, sind [schon] im Irrtum. Wird sie doch von den Menschen mißhandelt und dienstbar gemacht, wird aufgegraben, durchwühlt 5 und durchfurcht, und nimmt den kotigen Unflat von Menschen, wilden und zahmen Tieren auf. Zeitweise wird sie auch nutzlos; wird sie nämlich gebrannt, so wird sie tot, denn aus einer Scherbe wächst nichts. Wird sie ferner übermäßig benetzt 6, so verdirbt sie samt ihren Früchten. Ja sie wird von Menschen und Vieh 7 zertreten und nimmt die blutige Unreinigkeit Ermordeter auf, sie wird aufgegraben und mit Toten angefüllt und wird (so) zum Leichenbehälter. 3. Es ist (nun) unmöglich, daß jene heilige, ehrwürdige, selige und unvergängliche Natur Gottes derartiges (in [S. 32] sich) aufnehme. Und eben daraus ist uns ersichtlich, daß die Erde nicht Gott, sondern eine Schöpfung 8 Gottes ist.

1: Zusammengefaßt in Weish. 13,2; vgl. Br. a. Diogn. 8,2.
2: Is. 44,13; Röm. 1,23.
3: G: aus dem Nichts hervorgebracht auf Geheiß des wirklichen Gottes. Vgl. 2Makk 7,28; Herm., Mand. I 1.
4: + Die glauben, der Himmel sei Gott, sind im Irrtum. Denn wir sehen, wie er sich dreht und aus Zwang bewegt und aus vielen Teilen besteht; darum heißt er auch Kosmos. Ein Kosmos ist das Werk eines Meisters, was aber ins Werk gesetzt worden ist, hat Anfang und Ende. Es bewegt sich aber der Himmel aus Zwang, samt seinen Sternen. Denn die Gestirne, die nacheinander in Abständen von einem (Tierkreis-)Zeichen zum anderen laufen, gehen teils unter, teils auf, und den Jahreszeiten entsprechend wandeln sie, um Sommer und Winder zu bewirken, so wie sie von Gott beauftragt sind, ohne ihr Ziel zu überschreiten, nach einem unerbittlichen Naturgesetz samt dem Himmelskosmos. Drum ist klar, daß der Himmel nicht Gott, sondern Gottes Werk ist G.
5: bepflanzt S.
6: sammelt sich auf ihr Wasser an S.
7: den übrigen Lebewesen G.
8: Werk Gottes zum Gebrauch der Menschen G; vgl. I 3; VI 3 f.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zur Apologie des Aristides

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger