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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

35. Kapitel: Die Prophezeiungen über die neue Erde dürfen nicht allegorisch verstanden werden

1.

Nun versuchen einige, derartige Stellen allegorisch zu deuten: sie stimmen aber untereinander nicht überein und werden durch die entgegenstehenden Ausdrücke widerlegt. „Verwüstet werden sein die Städte der Völker, und nicht werden sie bewohnt werden, und die Häuser werden ohne Menschen sein und öde wird das Land zurückbleiben“1 . „Denn siehe“, sagt Isaias, „der heillose Tag des Herrn kommt, voll des Zornes und Grimmes, den Erdkreis öde zu machen und die Sünder von ihm zu vertilgen“2 , Und wiederum spricht er: „Er soll hinweggenommen werden, damit er nicht die Herrlichkeit des Herrn schaue“3 , und wenn dies geschehen sein wird, heißt es, „wird Gott die Menschen entfernen, und die Zurückgebliebenen werden sich vermehren auf der Erde. Und sie werden Häuser bauen und selbst bewohnen und Weinberge bepflanzen und selber essen“4 . Das alles bezieht sich ohne Widerspruch auf die Auferstehung der Gerechten nach der Ankunft des Antichrists und der Vertilgung aller unter ihm stehenden Völker, wo die Gerechten auf Erden herrschen werden, indem sie wachsen durch die Anschauung des Herrn und durch ihn sich gewöhnen an die Herrlichkeit Gottes des Vaters; und mit den heiligen Engeln werden sie Gemeinschaft und Umgang pflegen und mit den geistigen Wesen vereint werden im Reiche. Und jene, die der Herr im Fleische finden wird, die ihn vom Himmel erwarteten, und die Trübsal erduldeten und den Händen des Bösen entgangen sind, das sind die, von denen der Prophet sagt: „Und die Zurückgebliebenen werden sich mehren auf Erden.“ Und alle die Gläubigen, welche der Herr hierzu bestimmt hat, die Zurückgebliebenen auf Erden zu vermehren und unter dem Reiche der Heiligen zu leben und ihm in Jerusalem zu dienen, und das Reich daselbst hat der Prophet Jeremias mit den Worten verkündet: „Schaue umher, Jerusalem, gen Aufgang und sieh die Freude, die dir von Gott selbst kommt. Siehe, kommen werden deine Söhne, die du ausgesandt hast, kommen werden, die sich sammelten vom Aufgang bis zum Untergang auf das Wort jenes Heiligen, und werden sich freuen an der Herrlichkeit von deinem Gotte. Lege ab, Jerusalem, das Gewand deiner Trauer und Betrübnis, und ziehe an für ewig die Zierde der Herrlichkeit von deinem Gotte! Umkleide dich mit dem doppelten Gewande der Gerechtigkeit, die von deinem Gott stammt, setze auf dein Haupt die Mitra der ewigen Herrlichkeit! Gott nämlich wird der gesamten Welt unter dem Himmel deinen Glanz zeigen. Denn auf ewig wird von Gott dein Name genannt werden, Friede der Gerechtigkeit und Ruhm dem, der Gott ehrt. Steh auf, Jerusalem, und stehe auf der Höhe und schau um dich nach Osten und sieh deine Söhne versammelt vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang auf das Wort jenes gerechten Heiligen; sie freuen sich, daß Gott ihrer gedacht! Ausgezogen sind sie von dir zu Fuß, da sie geführt wurden von den Feinden. Einführen wird sie Gott zu dir, getragen mit Herrlichkeit wie der Thron des Reiches. Es beschloß nämlich Gott, daß erniedrigt werde jeder hohe Berg und die ewigen Sandhaufen, und daß die Täler ausgefüllt würden, um die Erde eben zu machen, auf daß Israel wandele sicher in der Herrlichkeit Gottes. Schatten aber spenden die Wälder und jeder wohlriechende Baum Israel selbst auf Befehl Gottes. Denn vorausgehen wird Gott mit Freude in dem Lichte seiner Herrlichkeit, mit Erbarmen und Gerechtigkeit, die von ihm kommt“5 .

1: Jes. 6,11
2: Jes. 13,9
3: Ebd. 26,10
4: Ebd. 6,12 f.
5: Bar. 4,36 ff. u. 5 ganz

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger