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Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)
Dreizehntes Buch

34. Allegorische Deutung des Ganzen der Schöpfung.

Wir haben auch unsere Betrachtung auf das gerichtet, was du damit vorbildlich darstellen wolltest, daß du deine Werke in solcher Ordnung entstehen oder doch in solcher Ordnung niederschreiben ließest; wir haben darauf erkannt, daß jedes einzelne gut, alles zusammen aber sehr gut ist, in deinem Worte. In deinem Eingeborenen, Himmel und Erde, das Haupt und der Leib deiner Kirche, in der Vorherbestimmung vor aller Zeit, ohne Morgen, ohne Abend. Als du aber begannest, das von Ewigkeit her Vorherbestimmte in der Zeit auszuführen, um das Verborgene zu offenbaren und unsere Unordnung wieder zu ordnen - denn wir seufzten unter der Last unserer Sünden und waren fern von dir in finstere Tiefe gestürzt -, da schwebte dein guter Geist über uns, um uns Hilfe zu bringen zu rechter Zeit, da rechtfertigtest du die Gottlosen und schiedest sie von den Ungerechten, da begründetest du das Ansehen deines Wortes unter jenen Höheren, deren Lehrer du sein wolltest, und den Unteren, die ihnen untergeben sein sollten; du vereinigtest die Gemeinschaft der Ungläubigen zu einem Bunde, damit der Eifer der Gläubigen zutage trete, sie selbst dir Werke der Barmherzigkeit hervorbrächten und ihre irdischen Güter unter die Armen verteilten, um himmlische zu erwerben. Dann zündetest du Lichter am Firmamente an, deine Heiligen, die das Wort des Lebens haben und, mit geistigen Gnaden begabt, den anderen in erhabenem Ansehen voranleuchten. Darauf bildetest du zur Bekehrung der ungläubigen Völker den körperlichen Stoff zu sichtbaren Sakramenten und Wundern und verkündenden Worten gemäß dem Firmamente deines [S. 377] Buches, durch die auch deine Gläubigen gesegnet werden sollten. Dann gestaltetest du die lebendige Seele deiner Gläubigen, indem du ihre Neigungen durch die Kraft der Enthaltsamkeit ordnetest. Endlich hast du den Geist, der dir allein unterworfen ist und keines menschlichen Ansehens zur Nachahmung bedarf, nach deinem Bilde und Gleichnisse erneut, dem überlegenen Verstande das vernünftige Handeln untergeordnet wie dem Manne das Weib und befohlen, daß allen deinen Dienern, die du zur Vervollkommnung der Gläubigen in diesem Leben bestellt hast, von deinen Gläubigen für ihre zeitlichen Bedürfnisse als Gegengabe Werke der Barmherzigkeit, die reiche Frucht in Zukunft für die Spender selbst tragen sollten, dargereicht würden. Dies alles sehen wir, und es ist sehr gut; denn du siehst es in uns, der du uns den Geist gegeben hast, damit wir dieses sehen und dich in ihm lieben sollten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger