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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch
28. Kapitel: Von der Trennung der Guten und Bösen, dem Abfall zum Antichrist und dem Ende der Welt

2.

1 Daher sagt auch der Apostel: „Weil sie die Liebe Gottes nicht aufnahmen, um gerettet zu werden, deshalb wird sie Gott auch in das Wirken der Lüge schicken, daß sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern der Ungerechtigkeit beistimmten“2 . Das wird nämlich geschehen, wenn jener kommt und aus eigenem Entschluß in sich die Apostasie rekapituliert und aus freiem Willen und Gutdünken all das wirkt, was er wirken wird, und in dem Tempel Gottes sitzt, um sich von den von ihm Verführten als den Christus anbeten zu lassen, weshalb sie auch gerechter Weise in den Feuerpfuhl geworfen werden3 , wohingegen Gott in seiner Vorsehung alles vorausweiß und zur rechten Zeit den schickte, der ein solcher sein mußte, damit sie dem Falschen glaubten und alle gerichtet würden, die „der Wahrheit nicht glaubten, sondern der Ungerechtigkeit beistimmten.“ Seine Ankunft verkündete Johannes in der Apokalypse mit den Worten: „Und das Tier, das ich sah, war einem Pardel ähnlich, und seine Füße waren wie die eines Bären, und sein Mund wie der Mund eines Löwen, und es gab ihm der Drache seine Kraft und seinen Thron und seine große Macht. Und eins von seinen Häuptern war getroffen wie zum Tode, und seine Todeswunde wurde geheilt, und alle Welt staunte dem Tiere nach. Und sie beteten den Drachen an, weil er Gewalt gab dem Tiere, und sie verehrten das Tier, indem sie sprachen: Wer ist ähnlich jenem Tiere, und wer kann kämpfen mit ihm? Und es wurde ihm gegeben ein Mund, der Großes redete und Gotteslästerung, und gegeben wurde ihm die Gewalt auf vierzig Monate und zwei. Und er tat auf seinen gotteslästerlichen Mund gegen Gott, seinen Namen zu lästern, und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen. Und es wurde ihm Macht gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Zunge und jede Nation. Und es beteten ihn alle an, die auf der Erde wohnen, und sein Name ist nicht geschrieben in dem Lebensbuche des Lammes, das getötet ist vor Erschaffung der Welt. Wenn einer Ohren hat, höre er! Wer in die Gefangenschaft geführt hat, wird in die Gefangenschaft gehen. Wer mit dem Schwerte getötet hat, muß mit dem Schwerte getötet werden. Hier ist die Ausdauer und der Glaube der Heiligen“4 . Alsdann heißt es von seinem Waffenträger, den er auch den Pseudopropheten nennt: „Er sprach wie der Drache, und alle Gewalt des ersten Tieres tat er vor seinem Angesichte; und er machte, daß die Erde und die auf ihr wohnen, das erste Tier anbeteten, dessen Todeswunde geheilt wurde. Und er wird große Zeichen tun, daß er Feuer vom Himmel auf die Erde vor dem Angesicht des Menschen herabsteigen läßt, und er wird verführen, die auf der Erde wohnen“5 . So soll niemand glauben, daß er mit göttlicher Macht die Zeichen tue, sondern durch Zauberei. Kein Wunder, wenn er, wo Dämonen und apostatische Geister ihm dienen, durch sie diese Zeichen wirkt, um die Erdenbewohner zu verführen. „Und ein Bild“, heißt es weiter, „wird er von dem Tiere machen lassen, und dem Bild wird er Odem geben, so daß das Bild redet, und die, welche das Bild nicht anbeten werden, wird er töten lassen. Aber auch ein Kennzeichen“, heißt es, „wird er auf der Stirne und der rechten Hand machen lassen, so daß niemand kaufen, noch verkaufen kann, wenn er nicht das Kennzeichen des Tiernamens hat oder die Zahl seines Namens . . . Die Zahl sei aber sechshundert sechs und sechzig“6 , d.h. sechs Zehner, sechs Hunderter und sechs Einer. Das ist die Rekapitulation der gesamten Apostasie, die in sechstausend Jahren stattgefunden hat.

1: V, 28,2-30,2 neuerdings auch griechisch aufgefunden. Texte u. Unters, III. Reihe 8. Bd. Heft 8. Leipzig 1911
2: 2 Thess. 2,10 ff.
3: Offb. 19,20
4: Offb. 13,2 ff.
5: Ebd. 13,11 ff.
6: Ebd. 13,14 ff.

 

 

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Gregor Emmenegger