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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

27. Kapitel: Vom jüngsten Gericht; die einen werden von Gott getrennt, die andern mit ihm vereint

1.

Wenn nämlich der Vater nicht richtet, so geht ihn das, was geschieht, entweder nichts an, oder er stimmt dem allem zu. Wenn er aber nicht richtet, dann werden alle gleich sein und in demselben Zustand verharren. Dann aber wird die Ankunft Christi überflüssig sein, und er widerspricht sich, wenn er nicht richtet. „Ist er doch gekommen, den Menschen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schnur gegen die Schwiegermutter zu entzweien“1 , und wenn zwei in einem Bette sind, den einen aufzunehmen, den andern zurückzulassen2 , und „wenn zwei Frauen eine Mühle mahlen, die eine aufzunehmen, die andere zurückzulassen, und am Ende den Schnittern zu befehlen, zuerst das Unkraut zu sammeln und es in Bündel zu binden und es in unauslöschlichem Feuer zu verbrennen, den Weizen aber in die Scheune zu sammeln3 ; die Schafe in das Reich zu rufen, das ihnen bereitet ist, die Böcke aber in das ewige Feuer zu senden, das sein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat4 - Und wie denn? Das Wort kam „zum Sturz und zur Auferstehung vieler!“5 Zum Sturz derer, die an ihn nicht glauben, denen er eine noch schwerere Verdammnis als Sodoma und Gomorrha6 im Gerichte angedroht hat. Zur Auferstehung aber derer, die an ihn glauben und den Willen seines Vaters tun, der im Himmel ist. Wenn also die Ankunft des Sohnes über alle in gleicher Weise erfolgt, die Gläubigen und Ungläubigen aber richtend er scheidet, indem die einen aus eigenem Entschlusse seinen Willen tun und glauben, die andern aber in ihrem freiwilligen Ungehorsam zu seiner Lehre nicht gelangen, so ist es klar, daß auch der Vater alle in gleicher Weise erschaffen hat, indem jeder seine eigene Erkenntnis und seinen freien Sinn hat, und daß er auf alles acht hat und für alles sorgt, indem er „die Sonne aufgehen läßt über Böse und Gute und regnen läßt über Gerechte und Ungerechte“7 .

1: Mt. 10,35
2: Lk. 17,34 f
3: Mt. 13,30; 12
4: Ebd. 25,32-34; 41 mit einander vermengt
5: Lk. 2,34
6: Ebd. 10,12
7: Mt. 5,45

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger