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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

26. Kapitel: Die Bildsäule des Daniel und das Erscheinen des Antichrist

1.

Noch deutlicher wies Johannes, der Schüler des Herrn, in der Apokalypse auf das Ende der Zeiten mit seinen zehn Königen hin, an die das jetzt herrschende Imperium verteilt werden soll. Indem er erörtert, was die zehn Hörner des Daniel bedeuten, sagt er, daß ihm verkündet sei: „Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind die zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben, aber Gewalt wie Könige in einer Stunde empfangen werden mit dem Tiere. Diese haben einen Sinn und geben ihre Macht und Gewalt dem Tiere. Diese werden mit dem Lamme kämpfen, und das Lamm wird sie besiegen, da es der Herr der Herren ist und der König der Könige“1 . Es ist also offenbar, dass der, welcher kommen soll, drei von ihnen töten wird, und daß die anderen sich ihm unterwerfen werden und er der achte unter ihnen ist, und sie werden Babylon verwüsten und einäschern, und sie werden sein Reich dem Tiere geben und die Kirche hinausjagen, dann aber werden sie durch die Ankunft unseres Herrn niedergeworfen werden. Daß nämlich das Reich geteilt werden und so zugrunde gehen muß, verkündet der Herr, indem er sagt: „Jedes Reich, das in sich geteilt ist, wird verwüstet werden, und jede Stadt oder Haus, das in sich geteilt ist, hat keinen Bestand“2 . Gezehnteilt also muß das Reich, die Stadt und das Haus werden, und deswegen hat er die Teilung und Trennung schon im voraus angezeigt. Und David bezeichnet sorgfältig als das Ende des vierten Reiches die Zehen jenes Bildes, das Nabuchodonosor sah, auf welche der ohne Hände losgehauene Stein sich stürzte. Er sagt nämlich: „Die Füße, zum Teil eisern und zum Teil tönern, bis ein Stein ohne Hände losgerissen ist und das Bild an den eisernen und tönernen Füßen zertrümmerte und sie bis zum Ende zermalmte“3 . Alsdann erklärt er: „Und da du sahst die Füße und Zehen teils tönern, teils eisern, so wird das Reich geteilt werden, und an seiner eisernen Wurzel wird es sein, wie du gesehen hast, Eisen, vermischt mit Ton. Und die Zehen werden teils eisern, teils tönern sein“4 . Die zehn Zehen also sind die zehn Könige, unter die das Reich verteilt werden wird, die teils tapfer, geschickt und energisch, teils träge, teils unbrauchbar und unentschlossen sein werden, wie wiederum David sagt: „Ein Teil des Reiches wird tapfer sein und ein Teil von ihm schwach. Da du sahest Eisen, vermischt mit Ton, so werden Mischungen sein im Samen der Menschen, und nicht werden sie sich miteinander verbinden, wie das Eisen sich nicht mischt mit Ton“5 . Und das wird das Ende werden: „Und in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das in Ewigkeit nicht zerstört werden wird, und sein Reich wird keinem andern Volke überlassen werden. Zerstören und fortblasen wird er alle Reiche, jenes aber wird in Ewigkeit erhöht werden, wie du sahst, daß sich von dem Berge ein Stein ohne Hände loslöste und die Scherbe zerbrach und das Eisen und das Erz und das Silber und das Gold. Der große Gott aber verkündet dem König das, was hiernach kommen wird. Und wahr ist der Traum und treu seine Auslegung“6 .

1: Offb. 17,12 ff.
2: Mt. 12,25
3: Dan. 2,33 f.
4: Ebd. 2,41 f.
5: Dan. 2,42 f.
6: Ebd. 2,44 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger