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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

18. Kapitel: Das Wort ist der Schöpfer und Herr dieser Welt

1.

Und eine solche oder eine so große Heilsordnung vollzog er nicht durch fremde, sondern eigene Geschöpfe, auch nicht durch solche, die aus der Unwissenheit und dem Fehltritt ihren Ursprung genommen, sondern durch die, welche aus der Wesenheit und Kraft des Vaters ihre Wesenheit erhalten haben. Er war nicht so ungerecht, Fremdes zu begehren, noch so arm, daß er nicht vermochte, aus Eigenem seinen Geschöpfen das Leben zu geben, sondern er benutzte seine eigene Schöpfung zum Heil der Menschen. Wenn sie aus der Unwissenheit und dem Fehltritt hervorgegangen wäre, hätte sie ihn nicht tragen können. Denn daß das fleischgewordene Wort Gottes am Kreuze hing, haben wir vielfach gezeigt und auch die Häretiker bekennen den Gekreuzigten. Wie hätte nun die Emanation der Unwissenheit und des Fehltrittes den, der die Kenntnis des Universums besitzt und der Wahre und Vollkommene ist, tragen können? Oder, wie sollte die vor dem Vater verborgene und weit getrennte Schöpfung sein Wort tragen? Oder wenn sie von Engeln gemacht wäre, die entweder den allerhöchsten Gott kannten oder nicht kannten, wie wäre sie imstande gewesen, als Erzeugnis von Engeln den Vater und den Sohn zugleich zu tragen, da doch der Herr sagt: „Ich bin in dem Vater, und der Vater ist in mir“1 . Ist sie aber außerhalb des Pleroma, wie sollte die Schöpfung dann den fassen, der das ganze Pleroma umfaßt? Da also alle diese Annahmen unmöglich sind und keinen Beweis für sich haben, so ergibt sich als allein richtig die Predigt der Kirche, daß seine eigene Schöpfung, die aus der Kraft und Kunst und Weisheit Gottes subsistiert, ihn getragen hat, d. h. sein Wort. Unsichtbarer Weise freilich trägt sie der Vater, aber sichtbarer Weise trägt sie umgekehrt sein Wort, und das ist die Wahrheit.

1: Joh. 14,11

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger