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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

17. Kapitel: Christus erwies sich als Sohn Gottes, indem er die gegen Gott verübten Sünden vergab

1.

Dies ist aber der Demiurg, der wegen seiner Liebe Vater, wegen seiner Macht Herr, und wegen seiner Weisheit unser Schöpfer und Bildner genannt wird. Seine Feinde sind wir geworden, indem wir sein Gebot übertraten. Und deswegen brachte der Herr uns in den letzten Zeiten durch seine Menschwerdung in die Freundschaft mit ihm zurück, indem er „der Mittler zwischen Gott und den Menschen wurde“1 . Für uns versöhnte er seinen Vater, gegen den wir gesündigt hatten, und machte unsern Ungehorsam durch seinen Gehorsam wieder gut; uns aber verlieh er, mit unserm Schöpfer zu verkehren und ihm zu gehorchen. Deshalb lehrte er uns in seinem Gebete zu sprechen: „Und erlaß uns unsere Schulden!“2 Ist es doch unser Vater, dessen Schuldner wir geworden waren, indem wir sein Gebot übertraten. Wer aber ist dieser? Etwa irgend ein unbekannter Vater, der niemals einem ein Gebot gegeben hat? Oder vielmehr der, welcher von der Schrift verkündet wird, und dessen Schuldner wir wurden durch den Ungehorsam gegen sein Gebot? Dies Gebot aber wurde dem Menschen durch das Wort gegeben. Es heißt nämlich: „Adam hörte die Stimme des Herrn, des Gottes“3 . Trefflich also spricht das Wort zu dem Menschen: „Es werden dir erlassen deine Sünden“4 . Der nämlich, der im Anfang von uns beleidigt wurde, der schenkte uns zum Schluß Verzeihung der Sünden. Hätten wir eines anderen Gebot übertreten und hätte ein anderer gesprochen: „Es werden dir erlassen deine Sünden“, dann wäre dieser weder gut, noch wahrhaftig, noch gerecht. Denn wie ist der gut, der nicht von dem Seinigen schenkt? Wie der gerecht, welcher sich Fremdes aneignet? Wie aber wären die Sünden in Wahrheit vergeben, wenn sie nicht der, gegen den wir gesündigt haben, verzieh, „durch das innerste Erbarmen unseres Gottes, womit er uns heimsuchte“,5 durch seinen Sohn?

1: 1 Tim. 2,5
2: Mt 6,2
3: Gen. 3,8
4: Mt. 9,2
5: Lk. 1,78

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger