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Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)
Elftes Buch

8. Das ewige Wort Gottes ist auch das Prinzip unserer Erkenntnis der Wahrheit.

Warum nun dies? frage ich dich, mein Herr und Gott. Zwar erkenne ich dies einigermaßen, allein ich weiß nicht, wie ich mich anders ausdrücken soll als etwa so: Jedes Wesen, das zu sein anfängt und zu sein aufhört, beginnt und beendet mit dem Zeitpunkte sein Sein, wenn die ewige Vernunft, in der weder Anfang noch Ende ist, Anfang und Ende seines Seins bestimmt hat. Diese ewige Vernunft aber ist dein Wort, "es ist der Anfang, weil es auch zu uns spricht"1. Denn so spricht das fleischgewordene Wort im Evangelium, und es tönte von außen an die Ohren der Menschen, damit sie es glaubten, es in ihrem Herzen suchten und in der ewigen Wahrheit fänden, wo es als gütiger und alleiniger Lehrer alle seine Schüler unterweist. Dort vernehme ich deine Stimme, o Herr, und du sagst mir, daß jener zu uns spricht, der uns unterweist; wer uns aber nicht unterweist, der mag wohl sprechen, aber er redet nicht zu uns, Wer anders aber vermag uns zu lehren als die [S. 278] unwandelbare Wahrheit? Denn auch dann, wenn ein veränderliches Geschöpf uns unterweist, werden wir zur unwandelbaren Wahrheit geleitet; sie ist es, die uns in Wahrheit lehrt, wenn wir nur beständig sind, auf ihn hören und "uns innig an der Stimme des Bräutigams erfreuen"2, indem wir uns an den wenden, von dem wir das Dasein haben. Und deshalb heißt jene ewige Vernunft auch der Anfang, weil, wenn sie nicht ewig bliebe, wir nicht wüßten, wohin wir aus dem Irrtume unsere Schritte rückwärts richten sollten. Wenn wir aber vom Irrtume zurückkehren, so geschieht es durch die Erkenntnis der Wahrheit; daß wir aber erkennen, lehrt sie uns, denn sie ist der Anfang und redet zu uns.

1: Joh. 8,25.
2: Joh. 3,29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger