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Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)
Elftes Buch

11. Widerlegung dieses Einwandes: Gottes Ewigkeit ist der Begriff Zeit fremd.

Die, welche so reden, erkennen dich noch nicht, o Weisheit Gottes, Licht des Geistes, sie erkennen noch nicht, wie entsteht, was durch dich und in dir entsteht. Sie erdreisten sich, das Ewige verstehen zu wollen, aber [S. 280] ihre unsteten Gedanken können sich nicht freimachen von dem Gehen und Kommen der Dinge. Wer wird sie festhalten und ein wenig zum Stillstand bringen, damit sie nur ein wenig den Glanz der immer beständigen Ewigkeit erfassen, ihn mit der niemals stillstehenden Zeit vergleichen und dann erkennen, daß er gar keinen Vergleich mit sich duldet? Wird er dann nicht einsehen, daß ein langer Zeitraum nur durch viele vorübergehende Momente, deren Dauer nicht gleichzeitig ist, lang wird, daß aber in der Ewigkeit nichts vorübergeht, sondern in ihr alles gegenwärtig ist, daß dagegen keine Zeit ganz gegenwärtig ist? Wird er dann endlich nicht einsehen, daß alle Vergangenheit von der Zukunft verdrängt wird, daß alle Zukunft der Vergangenheit folgt und alle Vergangenheit und Zukunft von der ewigen Gegenwart erschaffen wird und ausgeht? Wer wird die Gedanken des Menschen festhalten, daß sie endlich zum Stillstand kommen und erkennen, wie die Ewigkeit stille steht und, ohne zukünftig oder vergangen zu sein, die zukünftigen wie die vergangenen Zeiten vorschreibt? Vermag etwa meine Hand dies, oder kann die Hand meines Mundes durch Worte ein so großes Werk vollbringen?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger