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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

11. Kapitel: Die Werke des Fleisches und die des Geistes

1.

Welches aber die sogenannten fleischlichen Werke sind, hat er selber kundgetan, indem er die Bosheit der Ungläubigen voraussah, und hat sich selber erläutert, damit denen kein Ausweg offen blieb, die diese Frage ungläubig behandeln. Er spricht nämlich im Briefe an die Galater folgendermaßen: „Offenkundig aber sind die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Wollust, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streitigkeiten, Eifersucht, Zorn, Neid, Mißgunst, Kränkungen, Zwistigkeiten, Häresien, Haß, Trunkenheit, Völlerei und dergleichen, wovon ich euch verkünde, wie ich euch verkündet habe, daß die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht besitzen werden1 . Ganz deutlich hat er somit für die, welche hören, verkündet, was es heißt: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben. Die solches verüben, wandeln wahrhaft nach dem Fleische und können für Gott nicht leben. Andrerseits aber führt er die geistigen Taten auf, die den Menschen lebendig machen, die Einpfropfung des Geistes, indem er sagt: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freuds, Friede, Geduld, Güte, Milde, Glaube, Sanftmut, Enthaltsamkeit, Keuschheit; hiergegen ist nicht das Gesetz“2 . Ähnlich wie der, welcher sich gebessert und Frucht des Geistes hervorgebracht hat, auf jeden Fall wegen der Gemeinschaft mit dem Geiste gerettet wird, so kann der, welcher in den genannten Werken des Fleisches verbleibt, weil er den Geist Gottes nicht annimmt, mit Recht für fleischlich erachtet, das Himmelreich nicht besitzen. Das bezeugt wiederum der Apostel, indem er zu den Korinthern spricht: „Oder wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht erben werden? Irret euch nicht, weder die Hurer, noch die Götzendiener, noch die Ehebrecher, noch die Weichlinge, noch die Knabenschänder, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Verleumder, noch die Räuber werden das Reich Gottes besitzen. Und dies seid ihr gewesen, aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt im Namen des Herrn Jesu Christi und im Geiste unseres Gottes“3 . Auf das deutlichste zeigte er, wodurch der Mensch zugrunde geht, wenn er fortfährt, nach dem Fleische zu leben, und wodurch er wiederum gerettet wird. Das aber, was rettet, ist nach seinen Worten der Name unseres Herrn Jesu Christi und der Geist unseres Gottes.

1: Gal. 5,19 f.
2: Ebd. 5,23
3: 1 Kor. 6,9 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger