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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch
8. Kapitel: Die Wirksamkeit des Hl. Geistes im Menschen

3.

All dies hat das Gesetz im voraus bildlich verkündet, indem es durch Tiere den Menschen zeichnete. Was nämlich doppelte Klaue hat und wiederkäut, erklärt es als rein; was aber das eine oder andere nicht hat, sondert es als unrein ab1 . Welches sind also nun die Reinen? Die zum Vater und dem Sohne durch den Glauben fest ihren Weg gehen — das bedeutet die doppelte Klaue — und die Aussprüche des Herrn Tag und Nacht meditieren2 , um mit guten Werken sich zu schmücken — das bedeutet die Kraft der Wiederkäuer. Unrein aber ist, was keine doppelten Klauen hat oder nicht wiederkäut, d. h. die weder den Glauben an Gott haben, noch seine Aussprüche meditieren — das ist der Greuel der Heiden. Die aber wiederkäuen und keine doppelte Klaue haben, sind auch unrein — das weist bildlich auf die Juden hin, die zwar die Aussprüche Gottes im Munde haben, aber keine feste Wurzel fassen im Vater und im Sohne, und deshalb ist hinfällig ihr Geschlecht. Denn die einhufigen Tiere gleiten leicht aus und gehen nicht so sicher wie die zweihufigen, weil die gespaltenen Hufe einander auf dem Wege folgen und sich“ gegenseitig stützen. Unrein ist gleichfalls, was eine doppelte Hufe hat, aber nicht wiederkäut. Das weist offenkundig hin auf alle Häretiker, die nicht die Aussprüche Gottes meditieren, noch mit Werken der Gerechtigkeit sich schmücken. Zu ihnen spricht der Herr: „Was sagt ihr mir Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“3 Derartige Leute geben zwar vor, an den Vater und den Sohn zu glauben, meditieren aber niemals die Aussprüche Gottes, wie es sich gehört, noch; sind sie mit den Werken der Gerechtigkeit geschmückt, sondern sie haben, wie gesagt, das Leben der Schweine und Hunde angenommen und sich der Unreinigkeit, Schlemmerei und übrigen Sorglosigkeit ergeben. Mit Recht also nannte der Apostel alle diese, die wegen ihres Unglaubens und ihrer Üppigkeit den göttlichen Geist nicht erlangen und durch verschiedene Charaktere den Geist hinauswerfen, der sie lebendig macht, und in ihren Lüsten unvernünftig wandeln, fleischlich und animal4 , nannten die Propheten sie Vieh und wildes Tier, deutet die Gewohnheit sie als Tiere und Unvernünftige, verkündet das Gesetz sie als unrein.

1: Lev. 11,2; Dtn. 14,3 f.
2: Ps. 1,2
3: Lk. 6,46
4: 1 Kor. 2,14; 3,1 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger