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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Fünftes Buch

7. Kapitel: Die Auferstehung Christi ist ein Vorbild unserer eigenen

1.

Wie also Christus in der Substanz des Fleisches auferstanden ist und seinen Jüngern die Male der Nägel und die Öffnung der Seite zeigte1 — das aber sind die Anzeichen des Fleisches, das von den Toten auferstand— so wird er auch uns, heißt es, auferwecken durch seine Kraft2 . Und abermals schrieb er an die Römer: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesum von den Toten auferweckte, in euch wohnt, so wird der, welcher Christum von den Toten auferweckte, auch eure sterblichen Körper lebendig machen“3 . Welches sind nun die sterblichen Körper? Etwa die Seelen? Aber die Seelen sind doch unkörperlich, wenigstens im Vergleich zu den sterblichen Körpern. „Es hauchte nämlich Gott in das Angesicht des Menschen den Hauch des Lebens, und es wurde der Mensch zur lebenden Seele“4 . Der Hauch des Lebens aber ist unkörperlich. Was aber der Hauch des Lebens ist, das können sie nicht für sterblich ausgeben. Deswegen sagt auch David: „Und meine Seele wird ihm leben“5 , da ja ihre Substanz gleichsam unsterblich ist Doch den Geist können sie auch nicht einen sterblichen Körper nennen. Was also bleibt noch übrig, das man einen sterblichen Körper nennen könnte, wenn nicht das Gebilde, d. h. das Fleisch, von dem es eben heißt, daß Gott es lebendig machen wird? Dies nämlich stirbt und löst sich auf, nicht aber die Seele oder der Geist. Denn sterben heißt, die lebendige Beweglichkeit verlieren, für immer ohne Atem, Seele und Bewußtsein bleiben und übergehen in das, woraus es entstanden ist. Das aber kann der Seele nicht zustoßen, denn sie ist der Hauch des Lebens; aber auch dem Geiste nicht, denn der Geist ist nicht zusammengesetzt, sondern einfach, kann nicht aufgelöst werden und ist selber das Leben derer, die ihn empfangen. So bleibt offenbar nur übrig, daß der Tod das Fleisch trifft, das nach dem Scheiden der Seele ohne Atem und leblos zurückbleibt und allmählich in die Erde sich auflöst, von der es genommen6 . Dieses also ist sterblich, und von diesem heißt es: „Er wird lebendig machen eure sterblichen Körper.“ Und deswegen heißt es von dem Fleische in dem ersten Korintherbriefe: „So ist auch die Auferstehung von den Toten, Gesät wird es in Verweslichkeit, und auferstehen wird es in Unverweslichkeit7 . Denn was du säst“, sagt er, „wird nicht lebendig, wenn es zuvor nicht stirbt“8 .

1: Joh. 20,20; 25; 27
2: 1 Kor. 6,14
3: Röm. 8,2
4: Gen. 2,7
5: Ps. 21,31
6: Gen. 3,19
7: 1 Kor. 14,42
8: Ebd. 14,36

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger