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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Fünftes Buch

Vorrede

1.

In den vier vorausgegangenen Büchern haben wir Dir, Geliebtester, alle Häretiker benannt und ihre Lehren dargestellt. Wir haben jene, welche die gottlosen Lehren erfunden haben, widerlegt, indem wir teils aus ihrer eigenen Lehre, die sie in ihren Schriften niedergelegt haben, teils aus der Vernunft die Beweismittel hernahmen. Wir haben die Wahrheit dargelegt und die Predigt der Kirche kundgetan, welche die Propheten zwar schon verkündeten, Christus aber, wie wir ausgeführt haben, erst vollendet hat. Die Apostel haben sie überliefert, und von ihnen empfing sie die Kirche, bewahrte sie allein treu in der ganzen Welt und übergab sie ihren Söhnen. So lösten wir alle Fragen, die uns von den Häretikern vorgelegt wurden, erläuterten die Lehre der Apostel und erklärten mancherlei, was der Herr durch Gleichnisse gelehrt hat.

In diesem fünften Buche des gesamten Werkes, das von der Überführung und Widerlegung der fälschlich sogenannten Gnosis handelt, werden wir weiter aus der Lehre des Herrn und aus den Briefen der Apostel die Beweise, die Du von uns verlangt hast, liefern. Wir willfahren also Deinem Wunsche, da wir ja auch aufgestellt sind zur Verwaltung des Wortes, und werden uns in jeder Hinsicht nach Maßgabe unserer Kräfte bemühen, Dir möglichst viele Hilfsmittel gegen die Einreden der Häretiker darzubieten, die Irrenden aber zurückzubringen und zurückzuführen zur Kirche Gottes, auch den Sinn der Neugetauften zu stärken, daß sie standhaft den Glauben bewahren, den sie, treu gehütet, von der Kirche empfangen haben, damit sie sich auf keine Weise vom jenen verführen lassen, die da versuchen, sie übel zu belehren und von der Wahrheit abzulenken.

Dazu wird es nötig sein, daß Du und alle zukünftigen Leser dieser Schrift das vorher Gesagte recht sorgfältig noch einmal durchleset, damit die Argumente bekannt sind, gegen die wir angehen wollen. So wirst Du ein Recht haben, ihnen zu widersprechen, und wirst gegen ihre Einwände gewappnet sein; wirst kraft des himmlischen Glaubens ihre Lehren wie Kot beiseite werfen und keinem andern folgen als dem wahren und treuen Lehrer, dem Worte Gottes, Jesu Christo, unserm Herrn, der wegen seiner unendlichen Liebe das, was wir sind, geworden ist, damit er uns vollkommen zu dem mache, was er ist.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger