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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch
38. Kapitel: Weshalb der Mensch nicht ursprünglich vollkommen war

3.

In Gott aber offenbart sich Macht und Weisheit und Güte zugleich: Seine Macht und Güte darin, daß er aus freiem Willen das, was noch nicht war, gründete und schuf; seine Weisheit aber darin, daß er alles, was ist, so zweckmäßig und harmonisch gestaltet hat. Einige Wesen aber empfangen wegen seiner unendlichen Güte Wachstum, dauern fort für die Länge der Zeit und nehmen teil an der Herrlichkeit des Unerschaffenen, indem Gott ihnen neidlos das Gute schenkt. Insofern sie gemacht sind, sind sie nicht unerschaffen; insofern sie aber fortdauern in langen Ewigkeiten, nehmen sie die Kraft des Unerschaffenen an, da ihnen Gott in Gnaden ewige Fortdauer schenkt. Und auf diese Weise bewahrt Gott in allem den Vorrang, da er allein der Unerschaffene, eher als alles andere und die Ursache von allem anderen ist. Das übrige also bleibt alles Gott untertan. Der Gehorsam gegen Gott bedeutet Fortdauer und Unvergänglichkeit; die Unvergänglichkeit aber ist der Ruhm des Unerschaffenen. Durch solche Ordnung, Harmonie und Führung wird der erschaffene Mensch zum Bild und Gleichnis des unerschaffenen Gottes, indem der Vater es will und beschließt, der Sohn es bewirkt und bildet, der Geist Nahrung und Wachstum gewährt, der Mensch aber allmählich vorwärts kommt und zur Vollkommenheit gelangt, d. h. dem Unerschaffenen ganz nahe kommt. Vollkommen nämlich ist nur der Unerschaffene, d. i. Gott. Der Mensch aber mußte zuerst werden, dann wachsen, dann erstarken, dann sich vervielfältigen, dann genesen, dann verherrlicht werden und schließlich seinen Gott schauen. Die Anschauung Gottes nämlich ist unser Ziel und die Ursache der Unvergänglichkeit; die Unvergänglichkeit aber führt uns in die Nähe von Gott.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger