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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch
38. Kapitel: Weshalb der Mensch nicht ursprünglich vollkommen war

2.

Deswegen sagt Paulus zu den Korinthern: „Milch habe ich euch als Trank gereicht, nicht Speise, denn ihr konntet diese Speise noch nicht essen“1 , d. h. von der Ankunft des Herrn als Mensch habt ihr zwar gehört, aber der Geist des Herrn ruht noch nicht auf euch wegen eurer Schwäche. „Wo nämlich Eifersucht und Zwietracht“, sagt er, „in euch und Zwistigkeiten sind, da seid ihr noch fleischlich und wandelt nach Menschenart“2 . Das besagt, daß der Geist des Vaters in ihnen wegen der Unvollkommenheit und Schwäche ihres Wandels noch nicht war. Wie also der Apostel Speise hätte geben können — denen sie die Hände auflegten, die empfingen den Hl. Geist3 , welcher das Brot des Lebens ist —, jene aber sie nicht empfangen konnten, weil das Verständnis ihrer Seele für ihr Verhalten gegen Gott noch ungeübt und schwach war, so hätte auch Gott gleich von Anfang dem Menschen die Vollkommenheit geben können, jener aber, der soeben erst gemacht war, konnte sie nicht annehmen, oder hätte er sie angenommen, nicht umfassen oder sicher nicht festhalten können. Deshalb wurde das Wort, der Sohn Gottes, mit uns zum Kinde, obgleich er vollkommen war, nicht seinetwegen, sondern wegen des Kindheitszustandes des Menschen, so begreifbar geworden, wie eben der Mensch ihn begreifen konnte. Also liegt die Unmöglichkeit und das Bedürfnis nicht bei Gott, sondern bei dem Menschen, der eben erst geworden und deswegen noch unvollkommen war.

1: 1 Kor. 3,2
2: Ebd. 3,3
3: Apg. 8,17

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger