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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch
27. Kapitel: Jede Sünde wird nach dem Grade ihrer Schuld bestraft

4.

Ohne Zweifel also und ohne Widerspruch zeigt der Apostel, daß es ein und derselbe Gott ist, der jene Vorgänge gerichtet hat, und der die jetzigen erforscht. Und da er auch den Grund angibt, weswegen dies niedergeschrieben ist, so sind offenbar töricht, frech und unklug alle, die wegen der früheren Übertretungen und des vielfachen Ungehorsams sagen, jener Gott, der Weltschöpfer, sei ein anderer und geringerer als der von Christus verkündete Vater, den jeder von ihnen im Geiste empfangen hätte. Sie übersehen, daß, wie Gott dort an den vielen, die sündigten, kein Wohlgefallen hatte1 , so auch jetzt „viele berufen, aber wenige auserwählt sind“2 . Wie dort die Ungerechten, Götzendiener und Unzüchtigen das Leben verloren, so auch hier, da ja der Herr sagt, daß diese „ins ewige Feuer geworfen werden“3 , und auch der Apostel spricht: „Oder wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht erben werden? Lasset euch nicht verführen: Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lüstlinge, noch Knäbenschänder, noch Diebe, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Flucher, noch Räuber werden das Reich Gottes besitzen“4 . Nicht zu denen, die außerhalb stehen, sagt er dies, sondern zu uns, damit wir nicht aus dem Reiche Gottes verstoßen werden, wenn wir etwas Derartiges tun. Deshalb fügt er hinzu: „Und dies also seid ihr gewesen, aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt im Namen des Herrn Jesu Christi und im Geiste unseres Gottes“5 . Und wie dort verurteilt und verworfen wurden, welche Böses taten, und die übrigen verdarben, so wird in ähnlicher Weise auch hier das Auge ausgegraben, welches Ärgernis gibt, und der Fuß und die Hand, damit nicht der übrige Körper ebenso zugrunde gehe6 . Auch haben wir ein Gebot, „wenn sich Bruder nennt ein Unzüchtiger oder Geizhalz oder Götzendiener oder Verleumder oder Trinker oder Räuber, mit einem solchen nicht einmal Speise einzunehmen“7 . Und abermals sagt der Apostel: „Niemand möge euch verführen mit eitlen Worten; wegen dieser nämlich kommt der Zorn Gottes auf die Söhne des Unglaubens. Werdet also nicht ihre Genossen“8 . Und wie dort die Verurteilung der Sünder auch die übrigen traf, weil sie ihnen gefielen und mit ihnen umgingen, so „verdirbt auch hier ein wenig Sauerteig die ganze Masse“9 . Und wie dort gegen die Ungerechten der Zorn Gottes hinabstieg, so sagt hier ähnlich der Apostel: ,,Es wird sich nämlich der Zorn Gottes offenbaren vom Himmel über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit derjenigen Menschen, welche die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhalten“10 . Und wie dort gegen die Ägypter, welche Israel ungerecht bestraften, von Gott Rache genommen wurde11 , so sagt auch hier der Herr: „Wird aber Gott nicht Rache nehmen für seine Auserwählten, die immer zu ihm schreien Tag und Nacht? Freilich, sage ich euch, wird er für sie schnell Rache nehmen“12 . Und der Apostel verkündet in dem Briefe an die Thessalonicher: „Allerdings ist es gerecht bei Gott, Vergeltung zu üben an denen, die euch bedrängen, und euch, die ihr bedrängt werdet, Erquickung13 mit uns, in der Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi, vom Himmel mit den Engeln seiner Kraft und in der Flamme des Feuers, Rache zu bringen gegen die, welche Gott nicht kennen und gegen die, welche nicht gehorchen dem Evangelium unseres Herrn Jesu Christi, welche auch die ewigen Strafen des Verderbens zahlen werden vor dem Angesichte des Herrn and vor der Herrlichkeit seiner Kraft, wenn er kommen wird, sich groß zu zeigen in seinen Heiligen und bewunderungswert zu sein allen, die an ihn glauben“14 .

1: Ebd. 10,5
2: Mt. 20,16
3: Ebd. 25,41
4: 1 Kor. 6,9 f.
5: 1 Kor. 6,9
6: Mt. 18,8 f.
7: 1 Kor. 5,14
8: Eph. 5,6 f.
9: 1 Kor. 5,6
10: Röm. 1,18
11: Ez. 14,28
12: Lk. 18,7 f
13: zu verleihen
14: 2 Thess. 1,6 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger