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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch
19. Kapitel: Gottes Wesen ist unergründlich

3.

Wenn aber der Mensch nicht einmal die Fülle und Größe seiner Hand begreifen kann, wie wird er dann in seinem Herzen den so großen Gott fassen und verstehen können? Und gleich als ob sie diesen schon gemessen und durchschaut hätten und ihn ganz durchforscht hätten, erdichten sie über ihm noch ein anderes Pleroma von Äonen und einen anderen Vater, obwohl sie nicht einmal zum Himmel hinaufschauen, sondern wahrhaftig nur in den bodenlosen Bythos ihrer Verrücktheit hinabsteigen. So muß denn ihr Vater dort, wo das Pleroma anfängt, ein Ende haben, ihr Demiurg kann aber nicht einmal bis dorthin reichen. Und so ist nach ihrer Behauptung keiner von beiden vollkommen und allumfassend. Fehlt ihm doch die gesamte Schöpfung, die außerhalb des Pleroma ist, jenem aber das, was innerhalb desselben ist, und keiner von ihnen ist Gott über das Ganze. Daß aber die Größe Gottes aus der Schöpfung niemand angeben kann, ist allen klar; und ebenso wird jeder, der eine würdige Vorstellung von Gott hat, zugeben, daß seine Größe kein Ende kennt, sondern alles umfaßt und bis zu uns reicht und bei uns ist.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger