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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch
18. Kapitel: Nur das reine Opfer der Kirche ist Gott wohlgefällig

3.

Schon im Anfang schaute der Herr auf Abels Gaben, da er sie in Einfalt und Gerechtigkeit darbrachte; auf Kains Opfer aber schaute er nicht1 , weil sein Herz durch Neid und Bosheit gegen den Bruder gespalten war. Diese verborgenen Fehler tadelte der Herr, indem er zu ihm sprach: „Hast du nicht, wenn du recht opfertest, aber unrecht teiltest, gesündigt? Laß davon ab!“2 Denn durch Opfer wird Gott nicht versöhnt. Wenn nämlich jemand nur nach dem äußeren Schein rein, recht und gesetzmäßig opfern wollte, in seinem Herzen aber in seinen Beziehungen zum Nächsten nicht recht teilen wollte und keine Gottesfurcht hätte, so kann er, innerlich mit Sünde behaftet, Gott nicht täuschen, noch wird ihm solch ein Opfer etwas nützen, sondern nur die Abkehr von dem Bösen, das innerlich empfangen war. Durch die heuchlerische Handlung noch mehr natürlich durch die Sünde selbst, machte sich der Mensch zum Menschenmörder an sich selbst. Deshalb sprach auch der Herr: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, ihr seid ähnlich übertünchten Gräbern. Äußerlich nämlich erscheint das Grab schön, innen aber ist es voll von Totengebein und allerlei Unrat. So erscheint auch ihr den Menschen von außen als Gerechte, innen aber seid ihr voll von Bosheit und Heuchelei“3 . Da ihre Opfer von außen recht erschienen, hatten sie in sich eine ähnliche Absicht wie Kain. Deswegen ermordeten sie auch den Gerechten und verachteten auch wie Kain den Rat Gottes. Denn zu jenem sprach er: „Laß davon ab!“ aber jener hörte nicht darauf. Wovon anders sollte er denn ablassen, als von seinem geplanten Überfall? Und zu diesem spricht er ähnlich. „Du blinder Pharisäer“, sagt er, „mach das Innere des Kelches rein, damit auch, was innen ist, rein sei“4 . Aber sie hörten nicht. „Denn siehe“, sagt Jeremias, „nicht deine Augen, noch dein Herz ist gut, sondern voll Begierde auf das gerechte Blut, um es zu vergießen, und auf Ungerechtigkeit und auf Menschenmord, ihn zu verüben“5 . Und wiederum sagt Isaias: „Ihr habt einen Plan gemacht, nicht durch mich, und einen Bund, nicht durch meinen Geist“6 . Damit nun ihr innerer Wille und ihre ans Licht gezogenen Gedanken zeigen, daß Gott, der das Verborgene offenbar macht and das Böse nicht bewirkt, ohne Schuld und nicht die Veranlassung des Bösen sei, sprach er zu Kain, der keineswegs aufhörte: „Du kannst sie umwandeln und sollst über sie herrschen“7 . Ähnlich sprach er auch zu Pilatus: „Du hättest keine Gewalt über mich, wenn sie dir nicht gegeben wäre von oben her“8 . Denn immer gibt Gott den Gerechten hin, damit dieser durch seine Leiden und Mühen erprobt und angenommen wird, der Böse aber gemäß seiner Taten gerichtet und hinausgestoßen wird. Also nicht die Opfer machen den Menschen heilig, denn keines Opfers bedarf Gott, sondern das Gewissen des Opfernden heiligt das Opfer, wenn ersteres rein ist, und bewirkt, daß es Gott wie von einem Freunde annimmt. „Wenn der Sünder aber mir ein Kalb schlachtet, ist es, als ob er einen Hund schlachtet“, heißt es9 .

1: Gen. 4,4 f.
2: Ebd. 4,7 nach der LXX.
3: Mt. 23,27 f.
4: Ebd. 23,26
5: Jer. 22,17
6: Jes.30,1
7: Vgl. Gen. 4,7
8: Joh. 19,11
9: Jes. 66,3

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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