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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Viertes Buch

13. Kapitel: Die Vervollkommnung der Gebote

1.

Die Naturgebote des Gesetzes aber, durch die der Mensch gerechtfertigt wird, und welche schon vor der Gesetzgebung diejenigen beobachteten, die durch den Glauben gerechtfertigt wurden und Gott gefielen, die hat der Herr nicht aufgehoben, sondern ausgedehnt und erfüllt, wie aus seinen Reden offenbar ist. „Es ist zu den Alten gesagt“, sprach er, „du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, daß jeder, der ein Weib ansieht, um sie zu begehren, schon in seinem Herzen mit ihr die Ehe gebrochen hat“1 . Und wiederum: „Es ist gesagt: Du sollst nicht töten. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Grund zürnt, wird des Gerichtes schuldig sein“2 . Und ferner: „Es ist gesagt: Du sollst nicht falsch schwören. Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören. Eure Rede sei aber: Ja, ja, nein, nein“3 . Und anderes derart. Alle diese Anweisungen enthalten aber nicht eine Aufhebung oder Auflösung der früheren, wie die Markioniten faseln, sondern die Erfüllung und Ausdehnung, wie er selber sagt: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht mehr überfließen wird, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, dann werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen“4 . Worin soll aber das Mehr bestehen? Erstlich muß man nicht bloß an den Vater, sondern auch an seinen nunmehr geoffenbarten Sohn glauben; denn dieser ist es, der den Menschen in die Gemeinschaft und Einheit mit Gott einführt. Dann muß man es nicht allein sagen, sondern auch tun — jene aber sagten bloß und taten nicht — und sich nicht bloß enthalten von schlechten Werken, sondern auch von der Begierde danach. Damit lehrte er aber nichts dem Gesetze Entgegengesetztes, sondern erfüllte es und pflanzte uns seine Gerechtigkeit ein. Nur das wäre gegen das Gesetz gewesen, wenn er seinen Jüngern etwas geboten hätte, was das Gesetz verbietet. Wenn er aber befiehlt, nicht bloß das vom Gesetz Verbotene zu vermeiden, sondern auch die Begierden danach, dann steht er nicht im Gegensatz zum Gesetz, wie wir gesagt haben, und löst nicht das Gesetz, sondern erfüllt es, dehnt es aus, erweitert es.

1: Mt 5,27 f.
2: Ebd. 5,21 f.
3: Ebd. 5,33 ff.
4: Ebd. 5,20

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger