Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Drittes Buch
18. Kapitel: Kein anderer als das Wort Gottes starb am Kreuze

7.

So näherte und vereinte er, wie wir gesagt haben, den Menschen mit Gott. Wenn nämlich der Mensch nicht den Feind des Menschen besiegt hätte, so wäre nicht gerechterweise der Feind besiegt worden. Und wiederum hätte nicht Gott dem Menschen das Heil verliehen, so würden wir dessen nicht gewiß sein. Und wäre der Mensch nicht mit Gott verbunden worden, so hätte er keinen Anteil an der Unvergänglichkeit erlangen können. Es mußte nämlich der Mittler zwischen Gott und den Menschen kraft seines Verhältnisses zu beiden in Freundschaft und Eintracht beide zusammenführen und die Menschen Gott nahe bringen und die Menschen mit Gott bekannt machen. Aus welchem Grunde könnten wir denn teilhaftig sein der Annahme an Kindesstatt, wenn wir nicht durch den Sohn diese verwandtschaftliche Beziehung zu ihm empfangen hätten; wenn nicht sein Wort, Fleisch geworden, sie uns mitgeteilt hätte? Deshalb machte er auch jede Altersstufe durch, um für alle die Gemeinschaft mit Gott wiederherzustellen. Die also sagen, daß er nur scheinbar sich geoffenbart habe, nicht im Fleische geboren und nicht in Wahrheit Mensch geworden sei, die sind noch in der alten Verdammnis und stehen noch unter dem Fluch der Sünde, da nach ihnen der Tod nicht besiegt ist, „der von Adam bis auf Moses herrschte auch über die, welche nicht gesündigt haben nach Art der Übertretung Adams“1 . Als aber das Gesetz kam und Zeugnis ablegte von der Sünde, daß er ein Sünder ist, da nahm es ihm zwar sein Reich und offenbarte, daß er ein Räuber, aber kein König ist; und zeigte ihn als Menschenmörder, es belastete den Menschen, der die Sünde in sich hatte, und zeigte ihm, daß er des Todes schuldig war. Da nämlich „das Gesetz geistig war“2 , so offenbarte es nur die Sünde, hob sie aber nicht auf, weil die Sünde nicht über den Geist, sondern über den Menschen herrschte. Wer also die Sünde vernichten und den Menschen von seiner Todesschuld erlösen wollte, der mußte das werden, was jener war, nämlich Mensch. Denn der Mensch war von der Sünde in die Knechtschaft geschleppt und wurde von dem Tode festgehalten. Daher mußte die Sünde von einem Menschen überwunden werden, damit der Mensch des Todes ledig würde. Wie nämlich durch den Ungehorsam des einen Menschen, der zuerst von der jungen Erde gebildet war, die vielen Sünder wurden und das Leben verloren, so mußten auch durch den Gehorsam eines Menschen, der zuerst von einer Jungfrau geboren wurde, viele gerechtfertigt werden und ihr Heil erlangen. So wurde also das Wort Gottes Mensch, wie auch Moses sagt: „Gott, wahrhaft sind seine Werke“3 . Wäre er aber nicht Fleisch geworden, sondern nur als solches erschienen, so wäre sein Werk nicht wahr gewesen. Was er schien, das war er also auch: Gott faßte in sich das alte Menschengebilde zusammen, um die Sünde zu vernichten, den Tod niederzuwerfen und den Menschen lebendig zu machen. Deswegen sind auch „wahrhaft seine Werke“.

1: Röm. 5,14
2: Ebd. 7,14
3: Dtn. 32,4

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Erstes Buch
Zweites Buch
Drittes Buch
. Mehr
. 10. Kapitel: Lukas ...
. 11. Kapitel: Johannes ...
. 12. Kapitel: Die Predigten ...
. 13. Kapitel: Paulus ...
. 14. Kapitel: Das Evang...
. 15. Kapitel: Es gibt ...
. 16. Kapitel: Es gibt ...
. 17. Kapitel: Was auf ...
. 18. Kapitel: Kein ande...
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. 19. Kapitel: Jesus ...
. 20. Kapitel: Der Erlöser ...
. 21. Kapitel: Geburt ...
. 22. Kapitel: Christus ...
. 23. Kapitel: Auch Adam...
. 24. Kapitel: Die Kirche ...
. 25. Kapitel: Gott ist ...
Viertes Buch
Fünftes Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger