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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Drittes Buch

9. Kapitel: Matthäus und der Gott des Alten Testamentes

1.

Wir haben also klar bewiesen und werden es im weiteren Verlauf noch deutlicher tun, daß keinen anderen Gott und Herrn weder die Propheten, noch die Apostel, noch Christus der Herr als Gott und Herrn bekannt haben. So nennen die Propheten und Apostel den Vater und den Sohn, keinen anderen aber nennen sie Gott oder bekennen ihn als Herrn. Und der Herr selber nennt nur den Vater Gott und Herrn, den, der allein Gott ist und Herrscher über alles; und da er so es seinen Jüngern überliefert hat, und da ihre Zeugnisse dies bekunden, so müssen wir ihnen folgen, wenn anders wir ihre Schüler sein wollen. Der Apostel Matthäus nämlich wußte, daß der Gott, welcher dem Abraham die Verheißung gab, daß er seinen Samen „wie die Sterne des Himmels“ machen werde1 , derselbe sei wie jener, der durch seinen Sohn Jesus Christus uns von der Anbetung der Steine zu seiner Erkenntnis berufen hat, damit „das Nichtvolk zum Volke und die Nichtgeliebte zur Geliebten werde“2 . Dieser erzählt von Johannes, dem Vorläufer des Herrn, er habe denen, die ihrer fleischlichen Gesinnung sich rühmten und eines schwankenden, überaus boshaften Sinnes waren, um sie von ihrer Bosheit zu bekehren, Buße mit den Worten gepredigt: „Ihr Natterngezücht, wer hat euch gelehrt, dem zukünftigen Zorn zu entrinnen? Bringet eine würdige Frucht der Buße! Sprechet nicht bei euch selbst: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, daß Gott mächtig ist, aus jenen Steinen dem Abraham Söhne zu erwecken“3 . Buße also verkündete er ihnen zur Abkehr von der Bosheit, aber keinen andern Gott predigte der Vorläufer Christi als den, der dem Abraham die Verheißung gegeben. Von diesem sagt abermals Matthäus in Übereinstimmung mit Lukas: „Dieser ist es, der von dem Herrn durch den Propheten genannt wurde: Stimme des Rufenden in der Wüste; Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade die Pfade unseres Gottes! Jedes Tal soll ausgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen werden, und es wird das Krumme gerade und das Rauhe zu ebenem Wege werden, und alles Fleisch wird das Heil Gottes schauen“4 . Es ist also ein und derselbe Gott, der Vater unseres Herrn, der durch die Propheten verhieß, daß er den Vorläufer senden werde, und sein Heil, d. h. sein Wort, allem Fleische sichtbar machte und selbst Fleisch wurde, um sich in allem als ihr König zu offenbaren. Denn die gerichtet werden, sollten ihren Richter sehen und wissen, von wem sie gerichtet werden sollten; und die, welche die Herrlichkeit erlangen, sollten den kennen, der ihnen das Geschenk der Herrlichkeit verleiht.

1: Gen. 15,5
2: Röm. 9,25
3: Mt. 8,7 ff.
4: vgl. Mt. 3,3; Lk. 3,4ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger