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Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)
Drittes Buch

10. Törichte Ansichten der Manichäer über die Früchte.

In meiner Unkenntnis der Dinge verlachte ich deine heiligen Diener und Propheten. Indem ich sie aber verhöhnte, siehe, da geschah es, daß ich allmählich ein Spott vor dir wurde und mich nach und nach zu solchen Albernheiten verleiten ließ, daß ich glaubte, die Feige [S. 55] weine Milchtränen, da man sie pflücke, und ebenso ihre Mutter, der Feigenbaum. Wenn jedoch ein Heiliger eine solche nicht durch seine, sondern durch fremde Schuld gepflückte Feige verzehre, dann vermische sie sich mit seinem Innersten, und er hauche von ihr im Gebete unter Seufzen und Schluchzen Engel, ja sogar Teilchen der Gottheit aus. Und jene Teilchen des allerhöchsten und wahren Gottes wären in jener Frucht gebunden geblieben - so hieß es -, hätten nicht eines auserwählten Heiligen Zähne und Magen sie erlöst. Und ich Elender glaubte, man müsse den Früchten der Erde mehr Barmherzigkeit angedeihen lassen als den Menschen, für die sie wuchsen. Verlangte aber ein Nichtmanichäer hungernd nach Speise, so hätte es als ein todeswürdiges Verbrechen gegolten, ihm auch nur einen Bissen davon zu reichen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger