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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch
34. Kapitel: Die Unsterblichkeit der Seele

3.

Wie nämlich der Himmel über uns und das Firmament und Sonne und Mond und die übrigen Sterne mit all ihrer Pracht zuerst nicht waren und dann geworden sind und lange Zeit fortdauern nach dem Willen Gottes, so wird man logischerweise auch von den Seelen und Geistern und allem Gewordenen denken müssen. Das alles nahm einmal in seiner Existenz einen Anfang und dauert fort, solange Gott seine Existenz und Fortdauer will. Diese Lehre bezeugt auch der Geist des Propheten, der da spricht: „Er sprach, und es ward; er gebot, und es war erschaffen. Er hat es festgestellt in alle Ewigkeit“1 . Und wiederum sagt er von dem Menschen, der erlöst werden soll, also: „Um Leben bat er dich, und du gewährtest ihm die Länge der Tage ewiglich“2 . Somit schenkt der Vater aller in Ewigkeit Fortdauer denen, die gerettet werden. Nicht aus uns nämlich, noch aus unserer Natur ist das Leben, sondern gemäß der Gnade Gottes wird es uns gegeben. Wer deshalb das Geschenk des Lebens bewahrt und dankbar ist gegen den Geber, der wird in Ewigkeit die Länge der Tage empfangen. Wer es aber von sich wirft und seinem Schöpfer undankbar wird, keinen Dank dafür weiß, daß er geworden, und den Geber nicht erkennt, der beraubt sich selbst der Fortdauer in Ewigkeit. Deshalb spricht der Herr zu solchen Undankbaren: „Wenn ihr im Kleinen nicht getreu gewesen, was Großes wird man euch geben können?“3 . Das soll heißen: Wer in dem kurzen zeitlichen Leben undankbar gewesen ist gegen den, der es gab, wird gerechterweise von ihm in Ewigkeit die Länge der Tage nicht empfangen.

1: Ps. 148,5 f.
2: Ps. 20,5
3: Lk. 16,11

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger