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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch
33. Kapitel: Es gibt keine Seelenwanderung

3.

Denen aber, die behaupten, der Leib sei selber die Arznei der Vergessenheit, kann man folgendes entgegenhalten: Was die Seele in sich selbst schaut, während der Körper ruht, sei es im Traum oder in rein geistigem Schauen, das behält sie und erzählt es weiter. Wäre aber der Körper Vergessenheit, dann könnte sie nicht einmal das behalten, was sie früher einmal durch die Augen oder die Ohren erfahren hat, als sie bereits im Körper war, vielmehr müßte auch die Erinnerung an den geschauten Gegenstand verschwinden, sobald sich das Auge von demselben entfernt. Denn in dem Organ der Vergessenheit lebend kann sie nichts anders erkennen, als allein das, was sie gerade gegenwärtig sieht. Wie könnte sie vollends göttliche Dinge lernen und behalten, solange sie sich im Körper befindet, wenn der Körper die Vergessenheit selbst wäre? Ebenso haben auch die Propheten, als sie auf Erden weilten, was sie in ihren geistigen Visionen von himmlischen Dingen sahen oder hörten, behalten und nach der Ekstase den andern verkündet. Keineswegs also bewirkte bei ihnen die Rückkehr in den Leib, daß ihre Seele das vergaß, was sie geistig geschaut hatten, vielmehr belehrte die Seele den Leib und gab ihm Anteil an der ihr geistigerweise gewährten Vision.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger