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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch

31. Kapitel: Rekapitulation. — Wunder und Scheinwunder

1.

Nachdem also die Valentinianer widerlegt worden sind, ist auch die gesamte Menge der Häretiker zu Falle gebracht. Wir haben inbetreff des Pleroma und dessen, was außer ihm ist, gezeigt, daß der Allvater von dem, was außer ihm ist, wenn es überhaupt etwas Derartiges geben könnte, eingeschlossen und begrenzt wird, und daß es notwendig viele Väter und viele Pleromata und viele Weltschöpfungen geben müßte, die nach allen Seiten hin einen Anfang und ein Ende haben müßten, daß jeder in seinem Gebiet verweilen und sich um die andern nicht kümmern dürfe, da es zwischen ihnen keine Teilnahme und Verbindung gibt, daß keiner der Gott aller übrigen sei, und daß der Allmächtige dann nur ein leerer Name sei. All das läßt sich auch gegen die Anhänger des Markion, Simon, Menander und der übrigen anwenden, welche die sichtbare Schöpfung dem Vater nicht zuschreiben wollen. — Wir widerlegten weiter jene, die den Vater zwar alles umfassen ließen, aber die sichtbare Schöpfung nicht ihm zuschrieben, sondern irgend einer andern Kraft oder Engeln, die den Urvater nicht kannten, die die Schöpfung in dem Mittelpunkt des ungeheuer großen Universums wie einen Schmutzflecken im Mantel darstellten; wir zeigten, daß unmöglich ein anderer als der Vater des Weltalls die sichtbare Schöpfung gemacht haben könne. Diese Darlegungen richten sich ähnlich auch gegen die Anhänger des Saturninus, Basilides, Karpokrates und der übrigen Gnostiker, die dasselbe auf ähnliche Weise sagen. Unsere Ausführungen über die Äonen, ihre Abstufungen und die Haltlosigkeit ihrer Mutter richten sich auch gegen Basilides und die übrigen fälschlich so genannten Gnostiker, die mit ähnlichen Worten dasselbe sagen und nur die Zahl der Irrtümer in ihrer Lehre noch vermehrt haben. Was wir in Betreff der Zahlen ausgeführt haben, läßt sich gegen alle sagen, die mit der Wahrheit ähnlichen Unfug treiben. Und wenn wir von dem Demiurgen zeigten, daß er allein Gott und Vater des Weltalls ist, und was darüber in den nächsten Büchern noch folgen wird, das sage ich gegen alle Häretiker. — Du aber wirst die milderen und gemäßigteren unter den Häretikern davon abzubringen wissen, daß sie ihren Urheber, Schöpfer, Ernährer und Herrn nicht lästern und aus dem Fehltritt und der Unwissenheit entsprungen sein lassen; die trotzigen, wilden und unvernünftigen jedoch wirst Du Dir fernhalten und ihr Geschwätze nicht länger ertragen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger