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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch
30. Kapitel: Die „Geistigen“ stehen nicht über dem Demiurgen

9.

Mit Recht machen wir ihnen daher den Vorwurf, daß sie weit und gänzlich von der Wahrheit abgewichen sind. Denn wenn auch der Heiland durch den Demiurgen die Geschöpfe gemacht hat, so ist dieser offenbar nicht kleiner, sondern größer als sie, da er doch auch als ihr Schöpfer erscheint und sie zu seinen Geschöpfen gehören. Wie soll man sich nun das denken, daß sie geistig seien, der aber, der sie erschaffen, bloß seelisch? Wenn er aber — was allein wahr ist und auf vielfache Weise durch die klarsten Beweise von uns nachgewiesen wurde — aus sich selbst, frei und aus eigner Macht alles eingerichtet und vollendet hat, und die Wesenheit aller auf seinen Willen zurückzuführen ist, dann offenbart sich dieser als der wahre Gott, der alles gemacht hat, als der allein Allmächtige und einzige Vater, der alles, das Sichtbare und Unsichtbare, das Sinnliche und Unsinnliche, das Himmlische und Irdische durch das Wort seiner Kraft1 macht und schafft, der durch seine Weisheit alles abstimmt und ordnet, alles umfaßt und von niemandem umfaßt wird. Er hat es gebildet, erschaffen, erdacht, gemacht, er, des Weltalls Herr, und weder außer ihm noch über ihm gibt es eine Mutter, wie jene sie erlügen, noch einen andern Gott, wie Markion sich ihn erdacht, noch ein Pleroma von den dreißig Äonen, das in seiner Leere aufgedeckt wurde, noch einen Bythos, noch eine Proarche, noch verschiedene Himmel, noch ein jungfräuliches Licht, noch einen unnennbaren Äonen, noch überhaupt irgend etwas von dem, was diese und die andern Häretiker fiebern. Sondern nur einer ist Gott und Schöpfer, er, der über alle Hoheit und Macht und Herrschaft und Kraft erhaben ist; er ist der Vater, er der Gott, er der Schöpfer, der Urheber, der Bildner, der durch sich selbst, d. h. durch sein Wort und durch seine Weisheit, Himmel und Erde und Meere und alles, was in ihnen ist, gemacht hat. Er ist der Gerechte und Gute, der den Menschen gebildet hat, der das Paradies gepflanzt hat, der die Welt erschaffen und die Sintflut gesandt hat, der den Noe gerettet hat. Er ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Gott der Lebenden, den das Gesetz verkündet, die Propheten verheißen, Christus offenbart, die Apostel predigen, die Kirche bekennt. Er ist durch sein Wort, welches sein Sohn ist, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, durch ihn offenbart und zeigt er sich allen, denen er sich offenbart, denn es erkennen ihn die, denen der Sohn es offenbart hat. Indem aber der Sohn gleich ewig mit dem Vater ist, offenbart er immer und von Anbeginn den Vater den Engeln und den Erzengeln und den Mächten und Kräften und allen, denen Gott es offenbaren will.

1: Hebr. 1,3

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger