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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch
28. Kapitel: Vieles entzieht sich unserm Verständnis

3.

Wenn nun schon von den Dingen dieser Schöpfung nur ein Teil zu unserer Kenntnis kommt, während ein anderer Gott vorbehalten bleibt, was schadet es dann, wenn auch von dem, was wir in der Schrift suchen, die doch durchweg geistig ist, nur ein Teil unserer Erklärung zugänglich ist, der andere aber Gott überlassen bleibt, nicht nur in dieser, sondern auch in der zukünftigen Welt, so daß Gott immer Lehrer, der Mensch aber immer sein Schüler bleibt? Sagt doch auch der Apostel, daß, wenn alles übrige vernichtet sein wird, diese drei bleiben werden: Glaube, Hoffnung und Liebe1 . Immerdar unerschüttert bleibt der Glaube an unsern Lehrer, der uns die Gewißheit gibt, dass nur einer Gott ist, daß wir ihn immer wahrhaft lieben, weil er allein unser Vater ist, und daß wir hoffen, immer mehr von ihm zu empfangen, und daß wir von Gott lernen, daß er gut ist und unendlichen Reichtum besitzt und ein Reich ohne Ende und unbegrenzte Belehrung. Überlassen wir also auf obengenannte Weise einige Fragen Gott, dann werden wir unsern Glauben bewahren, ungefährdet darin verharren und erkennen, daß die ganze Schrift, wie sie von Gott gegeben ist, wohl übereinstimmt, daß die Parabeln zu dem, was deutlich gesagt ist, passen und daß das deutlich Gesagte die Parabeln erklärt, und aus der Polyphonie der verschiedenen Aussprüche wird eine Symphonie uns entgegenklingen, Gott zum Lobe, der alles gemacht hat. —Fragt jemand z. B.: „Was tat Gott, ehe er die Welt schuf?“, so sagen wir: Die Antwort auf diese Frage steht Gott zu. Die Schrift lehrt uns nur, daß diese Welt vollständig von Gott gemacht ist und in der Zeit einen Anfang genommen hat; was vordem Gott tat, lehrt keine Schrift. Indem wir also darauf die Antwort Gott überlassen, erübrigen sich für uns jene törichten und sinnlos-gottlosen Erfindungen, die darauf hinauslaufen, dass man Gott verwirft, der alles gemacht hat.

1: 1 Kor. 13,13

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger