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Tertullian († um 220) - Über den Götzendienst (De Idololatria)

22. Man darf sich nicht im Namen der Idole segnen lassen und nie für einen Heiden gelten wollen.

Ebenso wenig wird sich jemand, der Christo geweiht ist, unter Anrufung der heidnischen Götter segnen lassen, sondern er wird jedesmal den unreinen Segensspruch zurückweisen und ihn zu seinem Wohle läutern, indem er ihn auf Gott bezieht. In den heidnischen Göttern gesegnet zu werden, heißt bei Gott verflucht werden. Wenn ich einem ein Almosen gebe oder ihm eine Wohltat erweise und er mir dafür die Gnade seiner Götter oder des Genius der Kolonie wünscht, so würde meine Gabe oder Handlung sofort zu einer Ehre für die Dämonen werden, in deren Namen Segen wünschend er mir die Gabe erwidert. Warum aber sollte er nicht wissen dürfen, dass ich es Gottes wegen getan habe, damit dadurch Gott verherrlicht werde, und nicht der Dämon aus dem, was ich Gottes wegen getan habe, eine Ehre ziehe. Wenn Gott sieht, dass ich es seinetwegen getan habe, so sieht er ebenso gut auch, dass ich diese meine Absicht nicht an den Tag kommen lassen wollte und so sein Gebot [des Almosens] gewissermaßen zu einem Götzenopfer gemacht habe. Viele sagen: niemand braucht sich selbst bloßzustellen. Niemand, glaube ich, darf auch den Glauben verleugnen. Es verleugnet ihn aber jeder, der bei irgend einer Angelegenheit sich verstellt und für einen Heiden halten lässt. Jede Verleugnung ist natürlich ein Götzendienst, sowie jeder Götzendienst eine Verleugnung, sei es in Worten, sei es in Werken.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung zu Tertullian
Einleitung: Kathechteische Schriften (Über die Schauspiele, Über die Idolatrie, über den weiblichen Putz, An die Märtyrer, Zeugnis der Seele, über die Busse, über das Gebet, über die Taufe, gegen die Juden, Aufforderung zur Keuschheit)

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger