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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Zweites Buch

7. Kapitel: Die Welt, kein Abbild der Äonen

1.

Keine blasse Ahnung also hat der Demiurg gehabt, als der Erlöser das Pleroma ehrte, indem er bei der Schöpfung durch seine Mutter die Abbilder und Gleichnisse der oberen Dinge hervorbrachte. Die Unmöglichkeit aber, daß außerhalb des Pleroma etwas existierte, in dem die Abbilder von den Dingen hätten erschaffen werden können, die innerhalb des Pleroma sind, haben wir schon bewiesen. Doch vielleicht macht es Freude, sie von allen Seiten zu widerlegen und als Lügner darzutun. Wenn also zur Ehre der Oberen der Erlöser diese Dinge nach ihrem Ebenbilde erschaffen hat, dann müßten sie doch immer fortdauern, damit das Geehrte in Ehre bleibe. Wenn diese aber vergehen, was nützt dann eine so kurzdauernde Ehre, die vordem nicht war und nachdem nicht mehr sein wird? Also wird der Erlöser von uns überführt, daß er mehr nach eitlem Ruhme strebte, als das Obere ehrte. Denn was für eine Ehre können zeitliche Dinge den ewigen, vergängliche den beständigen, verwesliche den unverweslichen einbringen! Legen doch sogar die vergänglichen Menschen kein Gewicht auf die Ehre, die schnell vergeht, sondern auf die, welche möglichst lange andauert. Mit Recht wird man sagen, daß solche schnell vergänglichen Dinge mehr zur Schande denen gereichen, die man ehren wollte, und daß dem Ewigen durch sein verwestes und zerstörtes Abbild Schande zugefügt wird. Was aber, wenn ihre Mutter nicht geweint und gelacht hatte und nicht in Not geraten wäre? Dann wäre der Erlöser nicht in der Lage gewesen, das Pleroma zu ehren, da ja die äußerste Verwirrung keine eigene Substanz hatte, durch die er den Urvater hätte ehren können.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger