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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Erstes Buch
20. Kapitel: Der Vorvater in den Apokryphen und im Neuen Testament

2.

Aber auch einiges von dem, was in den Evangelien steht, wandeln sie auf diese Art um, so beispielsweise seine Antwort an seine Mutter, als er zwölf Jahre alt war: „Wisset ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist?“1 . Damit soll er ihnen den Vater verkündet haben, den sie nicht kannten, und eben deswegen soll er auch seine Jünger zu den zwölf Stämmen ausgesandt haben, damit sie ihnen den unbekannten Gott verkündeten. Diesen in Wahrheit guten Gott habe er auch dem kundgetan, der zu ihm sprach: „Guter Meister!“ indem er ihm antwortete: „Was nennst du mich gut? Einer ist gut, nämlich der Vater im Himmel“2 . Unter diesen Himmeln nun seien die Äonen verstanden. Denen, die zu ihm sagten: „In welcher Kraft tust du dies“3 , gab er keine Antwort, sondern brachte sie durch seine Gegenfrage in Verlegenheit; durch dieses Schweigen habe er das unaussprechliche Wesen des Vaters gelehrt. Sein Wort: „Oftmals habe ich verlangt, eins von diesen Worten zu hören, und ich hatte niemanden, der es mir sagte“4 deute in dem „Eins“ den wahrhaft einen Gott an, den sie nicht erkannten. Gleichfalls, als er Jerusalem sich näherte und über die Stadt weinte und sprach: „Wenn doch du es heute erkenntest, was dir zum Frieden dient, aber es ist vor dir verborgen“5 , da hat er durch das Wort „verborgen“ den verborgenen Bythos geoffenbart. Wiederum spricht er: „Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken! . . . Lernet von mir!“6 Mit diesen Worten habe er ihnen den Vater der Wahrheit verkündet und ihnen versprochen, sie den zu lehren, den sie nicht kannten.

Als Haupt- und Kronbeweis aber für ihre Lehre führen sie folgende Stelle an: „Ich will Dich preisen, Vater, Herr der Himmel und der Erde, daß Du es verborgen hast vor den Weisen und Klugen, den Unmündigen aber es geoffenbart hast. Ja, mein Vater, so war es wohlgefällig von Dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden. Und niemand erkannte den Vater als der Sohn, und den Sohn als der Vater und wem es der Sohn geoffenbart hat“7 . Mit diesen Worten habe er ausdrücklich gelehrt, daß der von ihnen gefundene Vater der Wahrheit vor seiner Ankunft von niemand jemals erkannt worden sei. Der Schöpfer und Gründer der Welt sei immer von allen erkannt worden; dies habe der Herr nur sagen können von dem allen unbekannten Vater. So lautet ihre gekünstelte Erklärung!

1: Lk. 2,49
2: Vgl. Mk. 10,17f; Mt. 19,16f.
3: Vgl. Mt. 21,23
4: Vgl. Resch, Agrapha, 179
5: Lk. 19,42
6: Mt. 11,28f.
7: Vgl. Mt. 11,25ff; Lk. 10,21ff

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger