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Tertullian († um 220) - Die zwei Bücher an seine Frau (Ad uxorem)
2. Buch

6. Sie ist in steter Gefahr der Befleckung mit heidnischer Ausgelassenheit und Götzendienst.

Die Dienerin Gottes hält sich auf bei fremden Hausgöttern und unter ihnen1; sie wird bei allen vorkommenden, den Dämonen erwiesenen Ehrenbezeigungen, allen Festlichkeiten der Landesfürsten, beim Jahresbeginn und Monatsanfang durch den Dunst des Weihrauchs belästigt. Sie tritt aus einer mit Lorbeer und Laternen behängten Tür, wie aus einem neu errichteten Standquartier öffentlicher Unzucht, sie sitzt mit ihrem Ehemann häufig bei Schmausereien zu Tisch, häufig auch in den Garküchen, auch wird sie manchmal ruchlosen Menschen aufwarten, da sie früher gewohnt war, den [S. 81] Heiligen aufzuwarten. Wird sie darin, dass sie denjenigen zu Dienst sein muss, welche von ihr gerichtet werden sollen, nicht ein Vorzeichen ihrer Verwerfung erblicken? Aus wessen Hand wird sie etwas erwarten? Aus wessen Becher wird sie mittrinken? Was wird ihr Mann ihr, oder was wird sie ihrem Manne vorsingen? Fürwahr, sie wird ein Stück von der Bühne zu hören bekommen, etwas aus dem Wirtshause, aus der Kneipe! Wo bleibt das Andenken an Gott, wo die Anrufung Christi? Wo die Belebung des Glaubens durch Einlegung der Schriftlesung? Wo die Erfrischung des Geistes? Wo der heilige Segen2? Alles trägt hier das Gepräge der Fremdheit, der Ungehörigkeit, der Verdammnis und ist zur Schädigung des Seelenheils von dem bösen Feinde angestiftet.

1: Ich trenne inter illos von omnibus honoribus.
2: Gebräuche bei den christlichen Liebesmahlen. Vergl. Apol. 39. Öhlers Interpunktion und Lesarten laribus und de gehenna statt de ganea haben meinen Beifall nicht.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Persönliche Schriften (Über das Pallium oder den Philosophenmantel, über die Geduld und an seine Frau)
Allgemeine Einleitung zu Tertullian

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger