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Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)
Erstes Buch

11. Kapitel: Die verschiedenen Lehren des Valentinus, Secundus und anderer

1.

Betrachten wir nun die Unbeständigkeit ihrer Lehre! Nicht zwei oder drei kannst Du auftreiben, die über denselben Gegenstand dasselbe sagen; in Namen und Sachen widersprechen sie sich völlig. Valentinus, der Vater der sogenannten gnostischen Häresie, hat die alten Lehren nach seinem eigenen Charakter folgendermaßen umgewandelt: Es gibt, sagt er, eine unnennbare Zweiheit, die da besteht aus dem Unaussprechlichen und der Stille. Alsdann ist aus dieser Zweiheit eine zweite Zweiheit hervorgegangen, Vater und Wahrheit mit Namen. Dieser Vierheit sind entsprungen Wort und Leben, Mensch und Kirche. Das ist die erste Achtheit. Aus dem Wort und dem Leben sollen dann die zehn Kräfte ausgegangen sein, die wir oben erwähnt haben, von dem Menschen und der Kirche aber zwölf, von denen die eine abfiel und verkümmerte und die übrige Geschichte gemacht hat. Statt einen Horos nahm er deren zwei an, einen zwischen dem Bythos und dem übrigen Pleroma, der die gezeugten Äonen von dem ungezeugten Vater abgrenzte, und einen zweiten, der ihre Mutter von dem Pleroma trennte. Christus aber stammt nicht ab von den Äonen des Pleroma, sondern von der aus dem Pleroma ausgeschiedenen Mutter; diese habe ihn nach ihrer Bekehrung unter irgend einem Schatten geboren. Der aber hat als männliches Wesen den Schatten hinter sich zurückgelassen und ging in das Pleroma über. Die Mutter aber, die unter dem Schatten zurückgeblieben und des geistigen Wesens entleert war, brachte noch einen andern Sohn hervor; das ist der Demiurg, den sie auch den Allbeherrscher dieser Welt nennen. Mit ihm zugleich ist auch noch ein linker Herrscher hervorgebracht, wie er in Übereinstimmung mit den von uns noch zu besprechenden, fälschlich sogenannten Gnostikern behauptet.

Was nun Jesus betrifft, so sagt er einmal von diesem, er sei von dem Theletos hervorgebracht, der sich von ihrer Mutter getrennt hatte, aber mit den übrigen in Verbindung geblieben war; ein andermal, er stamme von Christus ab, der sich in das Pleroma erhob, oder auch von dem Menschen und der Kirche. Der Heilige Geist aber sei von der Wahrheit hervorgebracht, zur Prüfung und Befruchtung der Äonen unsichtbar in sie eingegangen, so daß diese Sprößlinge der Wahrheit hervorbringen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger