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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
V. Kapitel. Die unterschiedliche Halslänge der Tiere. Der eigenartige aber zweckmäßige Körperbau des Elefanten. Seine Erlegung. Seine Bedeutung, besser Furchtbarkeit im Kriege. Seine natürliche Waffenrüstung und Gepflogenheiten.

33.

Doch sollte sich jemand darüber aufhalten, dann halte er sich auch über Hochbauten auf, weil sie leichter der schweren Gefahr des Einsturzes ausgesetzt sind und nach dem Einsturz sich schwieriger herstellen lassen. Fürwahr, wenn wir dieselben häufig ob ihrer Schönheit oder aber als Hochwarten rühmen, dann müssen wir diese Eigenschaften auch an den Elefanten billigen, da sie von großer praktischer Bedeutung für den Krieg sind. Deshalb gerade ist das Perservolk furchtbar im Kriege, überlegen im Pfeilschießen und jeder Art von Wurfgeschossen, weil sie die Geschosse von oben, [darum] mit strafferer Spannung nach unten schleudern und ihr Heer wie von wandelnden Türmen gedeckt vorrückt. Mitten auf den Schlachtfeldern kämpfen sie wie von einem Mauerwall herab. Wie hinter einer Feste, einem Höhenzug verschanzt, sind sie mehr Zuschauer denn Streiter im Kampfe und finden so sichtlich der Gefahr entrückt, an der Körpermasse der Tiere sichere Wehr. Wer wollte denn einen Angriff auf sie wagen? Von oben her kann leicht ein Pfeil ihn durchbohren, von unten die anstürmenden Elefanten ihn zertreten! Müssen doch Heere, in Linien aufgestellt oder keilförmig formiert, vor ihnen zurückweichen, Lager im Gevierte geräumt werden. Denn mit einer Wucht, der nicht zu widerstehen, stürzen sie sich auf den Feind: keine Marschkolonne von Kriegern, keine noch so dicht geschlossene Schar von Streitern, keine vorgehaltene Schildwehr hält sie auf; wie wandelnde Berge gewegen sie sich in der Schlacht, wie hoch sich türmende Hügel ragen sie auf und rauben allen mit ihrem dröhnenden Gebrüll Fassung und Zuversicht. Was will der Fußsoldat mit noch so starkem Arm und kampfgeübter Faust dagegen anfangen, wenn eine solche Mauer von Scharen von Bewaffneten starrend, sich heranbewegt und ihm gegenübertritt? Was will der Reiter anfangen, wenn sein Roß vor dem Ungetüm eines solchen Riesentieres scheut und flieht? Was will der Schütze anfangen, wenn der bepanzerte Oberkörper des Feindes den Pfeil nicht fühlt, der ihn trifft, aber auch die Bestie, selbst ohne Wehr, nicht leicht von einem Geschosse durchbohrt werden, in der Panzerwehr aber erst recht ohne eigene Gefahr die Schlachtlinie durchbrechen, die Kriegerscharen niederstampfen kann?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger