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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
IV. Kapitel. Vorbildliche Eigenschaften der Tiere; die Arbeitsamkeit der Ameisen, die Treue des Hundes, die Kindesliebe des Bären. Der wunderbare Instinkt der Tiere: kranke Tiere (Bär, Schlange, Schildkröte, Fuchs) kennen ihre Arznei. Tiere (Schwalbe, Ameise, Schaf, Igel) als Wetterpropheten. Sicherheit des Tierinstinktes. Die Natur die beste Lehrerin, die selbst die wilde Bestie (Tigerin) zur zärtlichsten Mutter wandelt. Der Spürsinn des Hundes; der Hund als Wächter und Rächer seines Herrn. Das Lamm das Bild der Kindesunschuld, seine Anhänglichkeit an das Mutterschaf. Der Tierinstinkt äußert seine Funktionen vom ersten Dasein an. Der Knoblauch nicht Speise, sondern Medizin; die beste Medizin das Fasten. Der feine Instinkt selbst kleiner Tiere.

24.

Zu Antiochien wurde, wie man erzählt, in einem abgelegeneren Stadtteile gegen den anbrechenden Morgen ein Mann ermordet, der einen Hund an seiner Seite hatte. Ein Soldat war aus Raubgier zum Mordbuben geworden. Im schützenden Dunkel des anbrechenden Tages war er nach anderen Stadtteilen entwichen. Noch lag der Leichnam unbeerdigt da. Eine zahlreiche Menge von Neugierigen stand herum. Mit jämmerlichen Gewinnsel beklagte der Hund das unglückliche Los seines Herrn. Da mengte sich wie von ungefähr der Mörder in den rings herumstehenden Zuschauerkreis und drängte sich Mitleid heuchelnd an den Leichnam heran, so hält es ja menschliche List gerne: das Verkehren mitten unter den Leuten soll von vorneherein den Anschein der Unschuld erwecken. Da ließ nun der Hund für einige Augenblickt die Trauerklage verstummen, rüstete sich zur Rache, faßte den Mörder und hielt ihn fest. Mit den Schlußtönen gleichsam seiner Trauermelodie, die er stöhnte, rührte er alles zu Trönen und machte die Überführung [des Verbrechers] dadurch glaubhaft, daß er ihn allein aus dem großen Haufen stellte und nicht mehr losließ. In der Verlegenheit schließlich vermochte dieser, weil er den so offenkundigen Verräter der Tat auch nicht mit der Ausrede, es sei Haß oder Feindschaft oder Eifersucht oder Unrecht von irgendeiner Seite im Spiele, entkräften konnte, sein Verbrechen nicht länger zu leugnen. So hatte also, was schwieriger war, der Hund [seinem Herrn] Sühne verschafft, da er ihm keinen Schutz leisten konnte. Welch würdigen Dienst leisten wir unserem Schöpfer, dessen Brot wir essen? Wird er beleidigt, drücken wir die Augen zu und setzen oft Feinden Gottes gastlich jene Speisen vor, die wir von Gott empfangen haben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger