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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
IV. Kapitel. Vorbildliche Eigenschaften der Tiere; die Arbeitsamkeit der Ameisen, die Treue des Hundes, die Kindesliebe des Bären. Der wunderbare Instinkt der Tiere: kranke Tiere (Bär, Schlange, Schildkröte, Fuchs) kennen ihre Arznei. Tiere (Schwalbe, Ameise, Schaf, Igel) als Wetterpropheten. Sicherheit des Tierinstinktes. Die Natur die beste Lehrerin, die selbst die wilde Bestie (Tigerin) zur zärtlichsten Mutter wandelt. Der Spürsinn des Hundes; der Hund als Wächter und Rächer seines Herrn. Das Lamm das Bild der Kindesunschuld, seine Anhänglichkeit an das Mutterschaf. Der Tierinstinkt äußert seine Funktionen vom ersten Dasein an. Der Knoblauch nicht Speise, sondern Medizin; die beste Medizin das Fasten. Der feine Instinkt selbst kleiner Tiere.

22.

Was uns die Schrift mit den Worten ans Herz legt: "Kinder, liebt eure Eltern! Eltern, reizt eure Kinder nicht zum Zorne!" das senkte den Tieren die Natur ein, so daß sie ihre Jungen gern, ihre Brut lieb haben. Fremd ist ihnen stiefmütterlicher Haß. Nicht gehen bei ihnen den Kindern die Eltern durch Eingehung einer zweiten Ehe verloren, noch gibt es eine Bevorzugung der Kinder aus zweiter Ehe, eine Zurücksetzung dagegen jener aus erster Ehe. Sie kennen ihre Lieblinge, kennen aber keinen Unterschied in der Liebe, kein Entbrennen des Hasses, keine Grade im Sichbeleidigtfühlen. Schlicht gibt sich die Natur des Tieres, sie kennt kein Falsch, das die Wirklichkeit entstellt. So hat nämlich der Herr alles geregelt: je weniger Vernunft er einem Wesen gab, umso mehr Liebe legte er in dasselbe. Welches Tier setzte sich nicht am liebsten selbst der Todesgefahr für seine Jungen aus? Welches Tier deckte nicht mit dem eigenen Leibe, ob tausend bewaffnete Scharen es bedrängen, seine Brut? Mag es einen Hagel von Geschossen regnen, es deckt die Kleinen mit seinem Körper wie mit einem Mauerwall und sichert sie vor Gefahr. Was sagt dazu der Mensch, der über alles Gebot sich hinwegsetzt, seiner Natur vergißt? Der Sohn mißachtet den Vater, der Vater verstößt den Sohn. Das hält man für Recht, wo es sich doch um die Verurteilung des eigenen Blutes, besser um die Selbstverurteilung des Vaters handelt, der seine eigene Zeugung zunichte macht; das hält man für [väterliche] Gewalt, wo die Natur mit Unfruchtbarkeit geschlagen wird.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger