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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
IV. Kapitel. Vorbildliche Eigenschaften der Tiere; die Arbeitsamkeit der Ameisen, die Treue des Hundes, die Kindesliebe des Bären. Der wunderbare Instinkt der Tiere: kranke Tiere (Bär, Schlange, Schildkröte, Fuchs) kennen ihre Arznei. Tiere (Schwalbe, Ameise, Schaf, Igel) als Wetterpropheten. Sicherheit des Tierinstinktes. Die Natur die beste Lehrerin, die selbst die wilde Bestie (Tigerin) zur zärtlichsten Mutter wandelt. Der Spürsinn des Hundes; der Hund als Wächter und Rächer seines Herrn. Das Lamm das Bild der Kindesunschuld, seine Anhänglichkeit an das Mutterschaf. Der Tierinstinkt äußert seine Funktionen vom ersten Dasein an. Der Knoblauch nicht Speise, sondern Medizin; die beste Medizin das Fasten. Der feine Instinkt selbst kleiner Tiere.

20.

Der Herr selbst ruft im Buche des Jeremias: "Turtel und Schwalbe und des Feldes Sperlinge halten die Zeit ihres Kommens ein, mein Volk aber kennt nicht die Bestimmungen des Herrn". Es weiß die Schwalbe, wann sie zu kommen, wann sie zurückzukehren hat; es weiß der fromme Vogel desgleichen mit seiner Ankunft den Frühling anzuzeigen. Es weiß auch die Ameise auszukundschaften, wann heitere Zeiten einfallen; denn merkt sie, daß ihre Früchte vom Regen benetzt, feucht geworden sind, öffnet sie erst dann, wenn auf Grund genauerer Beobachtungen die Luft andauernd schönes Wetter verspricht, ihre Vorräte und trägt sie auf dem Rücken aus den Kammern heraus, um ihr Getreide unter dem anhaltenden Sonnenschein trocknen zu lassen. So wird man denn schwerlich während aller jener Tage jemals Regenschauer aus den Wolken brechen sehen, bis nicht die Ameise ihre Früchte wiederum in ihre Vorratskammern verbracht hat. Die Rinder wissen bei bevorstehendem Regen an den Hürden sich zu halten. Ebenso lugen sie alle auf gleiche Weise, sobald sie mit ihrem natürlichen Instinkt den Witterungsumschlag am Himmel fühlen, aus und strecken ihren Hals über die Hürden hinaus um anzudeuten, daß sie ins Freie möchten. Das Schaf rafft beim Nahen des Winters mit unstillbarer Freßgier nimmer satt Gras ab; es ahnt voraus, daß es ihm zur rauhen Winterszeit daran gebrechen werde, so daß es sich zuvor noch mit Grünfutter sattfrist, bevor alles Grün vor dem versengenden Froste abstirbt. Der Landigel, im Volksmund Iricus genannt, schließt sich, wenn er irgendwie Nachstellungen wittert, in seine Stacheln ein und sucht Deckung hinter seiner eigenen Waffenwehr, so daß, wer immer ihn berühren zu sollen glaubt, sich verwundet. Der gleiche Igel verschanzt sich auch in der Vorahnung des Zukünftigen die beiden Luftzugänge: Wittert er Nordwind, verrammelt er den nördlichen Zugang, sieht er vom Süd die Wolken in der Luft verjagt werden, sucht er den nördlichen Zugang auf, um dem ständigen Gegenzug auf der anderen Seite auszuweichen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger