Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
VII. Kapitel. Das Evangelium ein Meer. Viper und Muräne ebenso ein ideales Vorbild ehelicher Liebe und Treue wie ein abschreckendes Beispiel ehebrecherischen Verkehres.

19.

Aber auch du, Mann auch so können wir's nehmen lege das aufbrausende Wesen im Herzen, deine Schroffheit im Benehmen ab,sooft dir die treubeflissene Gattin entgegenkommt. Fort mit dem Unwillen, wenn die liebenswürdige Gattin dich zur Gegenliebe herausfordert! Nicht Herr, sondern Gemahl bist du; nicht eine Magd, sondern eine Gattin hast du dir heimgeführt; zum Leiter über das schwache Geschlecht wollte Gott dich bestellen, nicht zum Allgewaltigen. Erwidere Aufmerksamkeit mit Aufmerksamkeit, erwidere Liebe mit Liebenswürdigkeit! Die Viper läßt ihr Gift ausfießen: du vermöchtest deine Hartnäckigkeit nicht abzulegen? Doch du besitzest von Natur ein frostiges Wesen: du hast die Pflicht, es in Anbetracht der Ehe zu mildern und sollst aus Ehrfurcht vor ihrem Bande deine rohe Gesinnun ablegen!

Auch so kann man's fassen; Begehret, Männer, nicht nach fremdem Ehebett, lauert nicht nach fremdem Umgang! Schwer [sündhaft] ist der Ehebruch, eine Verletzung der Natur. Zwei Menschen hat Gott ursprünglich erschaffen, Adam und Eva, d.i. Mann und Weib, und zwar das Weib vom Manne, d.i. von einer Rippe Adams, und er hieß beide in e i n e m Leibe wandeln und in e i n e m Geiste leben. Wie dürftest du die Leibeseinheit trennen. Wie die Geisteseinheit lösen? Eine Schändung der Natur wäre es. Das lehrt der Umgang, nach welchem nicht das in der [gleichen] Art begründete Recht, sondern das Feuer der Begierlichkeit Muräne und Viper verlangen macht. Höret, Männer! Solcher Schlangen Beilager verschafft sich, wer eine fremde Gattin zu beschlafen sucht, solcher Schlange auch gleicht er selbst. Er eilt der Viper entgegen, die nicht auf dem geraden Wege der wahren, sondern auf dem schlüpfrigen Abwege der sinnlichen Liebe in den Schoß des Mannes dringt. Er eilt zu einer, die den Giftzahn füllt gleich der Viper, die nach Beendigung des Beischlafes das Gift, das sie ausgespien hatte, wieder einschlürfen soll. Eine Buhlerin ist eben die Viper. Darum spricht auch Salomo, da auf Wein die Begierlichkeit zu entbrennen pflegt: es werde der Trunkene wie vom Natternbiß aufgebläht und es werde ihm wie von einer Hornschlange Gift durch die Glieder geträufelt. Und daß man erkenne, daß er die Ehebrecherin meinte, fügte er hinzu: "Wenn deine Augen nach einer Fremden blicken, wird dein Mund Verkehrtes reden".

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
Der erste Tag. Erste ...
Der zweite Tag. Dritte ...
Der dritte Tag. Vierte ...
Der vierte Tag. Sechste ...
Der fünfte Tag. Siebte ...
. I. Kapitel. Die Aussta...
. II. Kapitel. Die Unmenge ...
. III. Kapitel. Die beid...
. IV. Kapitel. Das Wasser ...
. V. Kapitel. Das zweckm...
. VI. Kapitel. Der Mensch ...
. VII. Kapitel. Das Evan...
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. VIII. Kapitel. Tintenfisch ...
. IX. Kapitel. Der Seeigel ...
. X. Kapitel. Die Fische ...
. XI. Kapitel. Das Atlan...
. XII. Kapitel. Rückkehr ...
. XIII. Kapitel. Der ...
. XIV. Kapitel. Zweifache ...
. XV. Kapitel. Von den ...
. Mehr
Der sechste Tag. Neunte ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger