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, Allgemeine Einleitung. In: Des heiligen Kirchenlehrers Ambrosius von Mailand Exameron. Aus dem Lateinischen übersetzt von Dr. Joh. Ev. Niederhuber. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 17) München 1914.
Allgemeine Einleitung

2. Der Kirchenvater.

Seine Schriften.

Trotz der vielseitigsten und aufreibendsten seelsorglichen und politischen Wirksamkeit fand Ambrosius noch Muße zu einer ausgedehnten literarischen Tätigkeit, die mehr noch als erstere seines Namens Klang und seines Geistes Frucht der bewundernden und dankbaren Nachwelt aufbewahren sollte. Dieselbe reifte auf den verschiedensten Gebieten der kirchlichen und theologischen Interessensphäre.

Die meisten Schriften sind der Niederschlag der Predigttätigkeit, die im Mittelpunkte der seelsorglichen Wirksamkeit des Bischofs stand. Auch in der veränderten Gestalt der nachträglichen Überarbeitung, die sie weiteren Kreisen und späteren Zeiten zugänglich machen sollte, tragen sie noch die leicht erkennbaren Muttermale ihrer ursprünglichen homiletischen Herkunft an sich1.

Schon daraus erklärt sich zum großen Teil die praktisch–ethische Grundtendenz, die sie durchherrscht und die ja der abendländischen Predigt überhaupt in höherem Grade eignet als der morgenländischen.

Im Zusammenhang damit steht das oratorische Gepräge ihrer Sprache. Gesuchtem Prunke, schwulstiger Überladenheit hält sie sich in der Regel fern und wahrt gemessenen Schritt und vornehme Würde. Nicht [S. 22] selten rauscht daraus der mächtige Flügelschlag rhetorischer Kunstentfaltung und poetischen Hochfluges und trägt dann den vernehmlichen Nachklang klassischer Schönheit an unser Ohr. Ungesucht und unvermerkt mischen sich darein die köstlichsten Reminiszenzen aus den verschiedensten griechischen und römischen Dichtern und Denkern, insbesonders aus Vergil2, „den er vollständig im Gedächtnis hatte“ (C. Schenkl). Besonders gibt die „energische Kürze und kühne Originalität“ (Bardenhewer) des Ausdruckes unseren Schriften jenes eigentümliche Gepräge, das ihren Autor so recht zum Tacitus unter den lateinischen Kirchenschriftstellern stempelt.

Kaum weniger schwer als das homiletische wiegt das exegetische Moment in unseren Schriften. Das Schriftgut bildet bei Ambrosius den Hauptinhalt, den Ausgangspunkt und Mittelpunkt seiner Paränese. Eine wunderbare Schriftkenntnis, der keine kleinste Wendung zu entgehen scheint, hält ihm diese nimmer versiegende Quelle, die sein Wort speist, seine Rede befruchtet, stets offen und zugänglich. Wo der Buchstabe der Schrift zu versagen scheint, weiß die findige Allegorese wie mit leichtem Zauberstab die Verbindungsbrücke zwischen seinem und der Schrift Wort herzustellen. Und doch ist Ambrosius nicht eigentlich heimisch in der Schrifterklärung, nicht Exeget von Beruf. Dazu fehlt ihm die wissenschaftliche Vorbildung, die methodische Schulung. Wir finden ihn vielmehr auf fremden Pfaden, am häufigsten auf der Spur der alexandrinischen Schriftexegese. Er folgt ihr freilich nicht sklavisch. Wenn auch in fremdem Fahrzeug: das Steuerruder selbst gibt er nicht aus der zielfesten Hand, die sichere Orientierung verliert er nicht aus dem Auge. Wie kaum ein anderer christlicher Schriftsteller vor und nach ihm folgt er, namentlich in der ersten literarischen Periode, dem [S. 23] jüdisch - alexandrinischen Exegeten Philo, wie kaum einen anderen christlichen Autor hat er Origenes zu seinem Führer und Gewährsmann sich erkoren. Mit letzterem nimmt er auch einen dreifachen Sinn der Heiligen Schrift an, den natürlich-geschichtlichen, den moralischen und den geistig - mystischen, und wendet denselben nicht selten der Reihe nach auf einen vorliegenden Schrifttext an. Öfter noch freilich faßt er die beiden letzteren unter einem, dem „höheren Sinn“, zusammen, den er dem „Buchstaben“ der Schrift gegenüberstellt. An feste hermeneutische Regeln bindet er sich hierbei nicht, mögen auch manche Bemerkungen verraten, daß er in hermeneutischen und textkritischen Fragen nicht unbewandert ist. Er geht in der Erklärung um so freier vor, als dieselbe nicht Selbstzweck sein, sondern nur dem nächstliegenden Predigtzweck, dem augenblicklichen Bedürfnis dienen soll. Nicht das Schriftwort wird dann maßgebend für den vorzutragenden Gedanken, sondern der Gedankenvortrag für die Auswahl und Interpretationsweise des Schriftwortes. Daß unter diesen Umständen die Sinnerklärung recht häufig der bloßen Akkommodation weicht, die Exegese in ein freies Spiel allegorischer, symbolischer und typologischer Deutungen oder auch Umdeutungen des Schrifttextes sich auflöst, dazu lag die Gefahr um so näher, als die alexandrinische Methode in der Exegese, in deren Bann Ambrosius steht, nur allzu verführerisch und blendend zu solcher Schriftverwertung einlud. Im übrigen bekundet gerade der unten folgende Kommentar zum mosaischen Schöpfungsberichte mehr denn genug, wie Ambrosius bei aller Vorliebe für die mystisch-allegorische Schriftauslegung immerhin auch ein gesundes Verständnis für den Literalsinn und einen nüchternen Blick für den geschichtlichen Inhalt der heiligen Schriften sich wahrte, wie er nicht selten, das verfängliche Netz der alexandrinischen Exegese abstreifend, auf den Spuren des großen Basilius der antiochenischen Schule sich näherte.

Der Schrifttext, dessen Ambrosius sich bedient, ist der Italatext nicht im weiteren (heutigen), sondern engsten Sinn des Wortes, d. i. im Sinne Augustins, der an [S. 24] der bekannten Stelle De doctr. christ. II 15 unter ,Itala' gerade die in Oberitalien gebrauchte Version, die Bibel der mailändischen Kirche versteht. Darnach wird erklärlich, wie eben Ambrosius unter sämtlichen abendländischen Kirchenschriftstellern in seinen Werken (allen voran im Lukaskommentar) den reinsten und unverfälschtesten Italatext darbietet3.

Der literarische Nachlaß des Kirchenvaters4, dessen Bestand und Umfang, von einigen schwebenden Kontroversen abgesehen, als gesichert gilt, wurde namentlich von den Maurinern du Frische und le Nourry (Paris 1686—1690, 2 Bände) mit anerkannter Sorgfalt herausgegeben. Ein Nachdruck hiervon liegt bei Migne P. L. XIV—XVII (Paris 1845) vor. Eine neuere Gesamtausgabe veranstaltete Ballerini (Mailand 1875—1883, 6 Bände). Von der neuesten, textkritisch mustergültigen Wienerausgabe (Corpus scriptorum eccles. latinorum) sind bisher 5 Bände (1897 ff.) erschienen, die u. a. den Text des Exameron und des Lukaskommentars enthalten, welche in der unten folgenden Übersetzung zum erstenmal in deutscher Sprache geboten werden5.

In sachlicher Anordnung lassen sich des Ambrosius Schriften etwa folgendermaßen klassifizieren:

A. Exegetische Schriften.
Sie bilden die Mehrzahl der Schriften6 und sind fast alle aus [S. 25] Predigten des Bischofs hervorgegangen7. Mit der einzigen Ausnahme des Lukaskommentars beziehen sie sich samt und sonders auf alttestamentliche Bücher oder Texte:

1. Das „Exameron“ (Sechstagewerk) in sechs Büchern (sieh unten);
2. die allegorische Erklärung „Über das Paradies“ im engsten Anschluß an Philo von Alexandrien (um 375); als Fortsetzung hiervon
3. die Abhandlung „Über Kain und Abel“ (nach 375);
4. die ebenfalls, teilweise sogar wörtlich aus Philo schöpfende Schrift „Über Noe (und die Arche)“, letztere das Bild des menschlichen Leibes darstellend (um 378—386);
5. „Zwei Bücher über Abraham“, ersteres für Katechumenen bestimmt, um sie in den erbaulichen moralischen Sinn des einschlägigen Genesisberichtes einzuführen, letzteres für Getaufte, um ihnen den tieferen mystischen Sinn desselben zu erschließen (um 387);
6. der vermutlich aus Origenes, teilweise sicher aus Hippolyt (Bardenhewer) schöpfende und mit dem Text des Hohen Liedes durchwobene Traktat „Über Isaak und die Seele“, eine allegorische Darstellung der bräutlichen Verbindung Christi mit der Seele (um 388);
7. „Zwei Bücher über Jakob und das selige Leben“, mit tiefsinnigen Erörterungen (1. Buch) und praktischen biblischen Beispielen (2. Buch) über die wahre Freiheit und die wahre Seligkeit (um 388);
8. „Über den Patriarchen Joseph“ als Vorbild der Keuschheit und Typus Christi (um 389);
9. „Über die (Segnungen der) Patriarchen“, d. i. den Segen Jakobs über seine Söhne (um 389);
10. „Über Elias und das Fasten“, Predigten zu Beginn der Fastenzeit mit scharfer Verurteilung der Unmäßigkeit und Genußsucht (um 387―391);
11. „Über den Jezraheliten Nabuth“, eine Strafpredigt wider die Habsucht (um 394?);
12. „Über Tobias“ eine solche wider den Wucher, d. i. wider das Zinsnehmen unter Gläubigen (wohl vor 380);
13. die unter dem gemeinschaftlichen Titel „Über [S. 26] die Klage Jobs und Davids“ zusammengefaßten vier Predigten, eine Art Theodizee anbetrachts des physischen und moralischen menschlichen Elends, sowie der Gottlosen Glück und der Frommen Unglück (um 383?);
14. „Rechtfertigung des Propheten David an Kaiser Theodosius“ auf Grund des Bekenntnisses und der Buße Davids (383—389)8;
15. „Erklärungen zu zwölf davidischen Psalmen“ (Ps. 1. 35—40. 43. 45. 47. 48. 61), eine nach dem Tode des Heiligen hergestellte Homiliensammlung;
16. die wiederum an Origenes orientierte, in die Schönheit des Hohen Liedes getauchte „Auslegung des 118. Psalmes“, 22 ,Reden‛ zu je einem Oktonar desselben (wohl 387—388); endlich
17. die verloren gegangene „Auslegung des Propheten Isaias“ (vor 389). —

An Erklärungen zum Neuen Testamente besitzen wir von Ambrosius, nachdem der unter seinem Namen überlieferte Kommentar zu den paulinischen Briefen9 als unecht sich erwiesen hat, nur die „Zehn Bücher der Auslegung des Evangeliums nach Lukas“ (sieh unten).

B. Dogmatische Schriften.
Dieselben behandeln, größtenteils wiederum in Predigtform, Themata, welche der Kampf der Häresien dem Streiter der Orthodoxie, das Bedürfnis der Gläubigen dem besorgten Oberhirten nahelegten:

1. „Über den Glauben an Kaiser Gratian in fünf Büchern“, eine auf Bitten des jungen Kaisers unternommene Verteidigung der Gottheit Christi gegen die Arianer (zwei Teile, 378 und 379—380); als Fortführung
2. die auf Didymus dem Blinden, Athanasius und Basilius (Th. Schermann) beruhende Schrift „Über den Heiligen Geist“, eine gründliche Verteidigung seiner Konsubstantialität (381);
3. „Über das Geheimnis der Menschwerdung des Herrn“, der gleichen Adresse und apologetischen Tendenz gewidmet (um 381—382);
4. die nur fragmentarisch erhaltene „Auslegung des Glaubens“, die ebenso als echt [S. 27] festzuhalten sein wird, wie
5. die Schrift „Über die Mysterien“10, eine mystagogische Unterweisung der Neophyten über Taufe, Firmung und Eucharistie (um 387?);
6. die wider die Novatianer gerichteten „Zwei Bücher über die Buße“, welche dem katholischen Priester die unbeschränkte Schlüsselgewalt über alle Sünden vindizieren (380—390);
7. die verloren gegangene Schrift „Über das Sakrament der Wiedergeburt oder über die Philosophie“, welche gegenüber dem (Neu-) Platonismus den Kreatianismus in der Seelenlehre verficht11.

C. Moralische Schriften.
Kein Gebiet beherrscht Ambrosius so souverän, kein Feld bebaut er so fruchtbar als das praktisch-ethische. Erst da, wo sie Moralpredigt wird, entwickelt sich darum seine Predigt „zur vollen Höhe ihrer Kraft“ (Förster). Aus Moralpredigten wachsen zumeist seine ethisch-aszetischen Schriften heraus:

1. „Drei Bücher über die Pflichten der (Kirchen-) Diener“, das bekannteste seiner Werke, ein christliches Gegenstück zu Ciceros (stoischer) Pflichtenlehre, die erste mehr systematische Behandlung der christlichen Ethik (etwa um 391);
2. die auf Marcellinas Wunsch verfaßten, in duftiges Sprachgewand gekleideten „Drei Bücher über die Jungfrauen“ (377), denen rasch
3. die kurze Abhandlung „Über die Witwen“, sowie
4. das Schriftchen „Über die Jungfräulichkeit“ mit der Rechtfertigung seiner bis zum Anstoß erfolggekrönten Predigten zugunsten des jungfräulichen Lebensstandes (sieh oben) folgten (um 378);
5. „Die Unterweisung einer Jungfrau (Ambrosia) und die immerwährende Jungfräulichkeit der heiligen Maria an Eusebius“, eine scharfe Abrechnung mit den Gegnern (Bonosus) der Virginität (etwa um 391);
6. „Ermunterung zur Jungfräulichkeit“, eine erweiterte [S. 28] Gelegenheitspredigt (etwa 393). Den moralisch-aszetischen Schriften sind endlich trotz der nahen Beziehungen zu den exegetischen Abhandlungen beizuzählen
7. der Traktat „Über das Gut des Todes“, eine Fortführung der Schrift „Über Isaak und die Seele“, mit reichem Einschlag platonischer und stoischer Gedanken, sowie
8. die an Num. 35, 11 ff. (Freistädte) anknüpfende Paränese „Über die Weltflucht“, ein christlicher Ableger von Philos Schrift „Über die Flüchtlinge“ (etwa nach 391).

D. Reden.
Nur wenige Predigten haben sich in der ursprünglicheren Form kunstmäßiger Rede erhalten. Es sind dies vor allem einige Leichenreden des Heiligen, die ältesten des christlichen Abendlandes, die den Weg zu uns herab genommen haben. Den ersten Platz behaupten die „Zwei Bücher über den Hingang seines Bruders Satyrus“, bestehend aus einer ergreifenden Trauerrede vor der aufgebahrten Leiche und einer sieben Tage darauf gehaltenen Trostrede mit einer in hohem Grade systematischen Darstellung und Begründung der christlichen Auferstehungslehre (387 oder 388). Daran reihen sich die „Trostrede auf den Tod Valentinians“ (II.) am Beerdigungstage in Gegenwart der beiden überlebenden Schwestern des ermordeten Kaisers (392), sowie die „Rede auf den Tod des Theodosius“, vierzig Tage nach dem Hinscheiden des kaiserlichen Freundes im Angesicht des neuen Augustus Honorius und des ganzen Heeres (395) gehalten. Hierher zählen endlich noch einige hochbedeutsame Gelegenheitsreden, wie sie die Briefe 22 und 41 überliefern, insbesondere aber die von heiligem Zorne flammende „Predigt gegen Auxentius betreffs der Auslieferung der Kirchen“ (386).

E. Briefe.
Von der sehr umfangreichen Korrespondenz des Kirchenfürsten haben sich 91 Briefe erhalten, zum größeren Teil Amtsschreiben in Betreff öffentlicher Angelegenheiten der Kirche und des Staates, zum geringeren Teil nichtamtliche Schriftstücke. Nur wenige dienen einer rein persönlichen Aussprache. Die Bedeutung der Briefe, die der wissenschaftlichen Erforschung noch manche Frage offen lassen, liegt vor [S. 29] allem in dem großen Quellenwert, den sie nicht bloß für die vollere Würdigung des Lebens und Wirkens unseres Heiligen, sondern für die Geschichte seiner Zeit überhaupt haben. Verkörpert doch sein Leben und Wirken selbst ein beträchtliches Stück der Kirchen- und Profangeschichte seines Jahrhunderts.

F. Hymnen.
Noch wendet sich ein köstliches Blatt zum Schluß der Besprechung des literarischen Nachlasses des Kirchenvaters. In leuchtenden Zügen trägt es den Ruhmestitel: Ambrosius, der Vater des Kirchengesanges, der Schöpfer der liturgischen Hymnodie im Abendlande. Vier der sog. Ambrosianischen Hymnen galten von jeher, weil schon durch einwandfreie äußere Zeugnisse beglaubigt, als Produkte seines Genius: Das feierliche Abendlied Deus creator omnium („O Gott, Du Schöpfer aller Welt“), der hehre Morgensang Aeterne rerum conditor („O ew’ger Schöpfer aller Welt“), der erhabene Kreuzeshymnus zur dritten Tageszeit lam surgit hora tertia („Schon bricht die dritte Stunde an“), endlich das innige Weihnachtslied Intende, qui regis Israel („Hör’ uns, Du König Israels“). Noch weitere acht (vielleicht zehn) kirchliche Hymnen12 vermochte die neuere Forschung als echte Geisteskinder seiner schöpferischen Dichtkunst mehr oder weniger sicher nachzuweisen, während bei anderen die Authentie dahingestellt bleibt. — Außer den Hymnen hat der Dichterbischof noch verschiedene Epigramme in gebundener Sprache verfaßt, doch läßt sich nur von dreien mit größerer Sicherheit, von weiteren einundzwanzig (,Tituli‛) mit größerer Wahrscheinlichkeit der ambrosianische Ursprung dartun.

1: Über die Predigtarten (dogmatische und lehrhafte Predigt, Moralpredigt, kunstmäßige Rede, Gelegenheitspredigt) und Predigtweise des hl. Ambrosius vgl. Förster, S. 200—249.
2: Vgl. die Stellennachweise bei Ihm, S. 80—94: ,De Ambrosio Vergilii imitatore‛ und deren Ergänzung durch C. Weyman im Lit. Zentralbl. 1897, 687 f. 1692 f. Außer Vergil ahmt Ambr. nach Ihms Feststellung unter den lateinischen Schriftstellern hauptsächlich noch Sallust (S. 64—66) und Cicero (S. 82), seltener Plautus, Terentius, Livius und Tacitus nach.
3: Die obigen Angaben verdanke ich den mündlichen, äußerst instruktiven Auslassungen Jos. Denks, des gründlichsten Kenners der altlateinischen Bibeltexte, der den strikten Nachweis hierfür in seiner Neubearbeitung von P. Sabatiers Riesenwerk Bibliorum sacr. lat. versiones, deren Drucklegung in naher Aussicht steht, erbringen wird.
4: Vgl. über denselben insbesondere Bardenhewer III 503―547. Förster, S. 86—99. Die neun verschiedenen älteren Ausgaben der ambros. Werke, die noch Ende des 15. und im Laufe des 16. Jahrh. gedruckt wurden, zählt A. Baunard (Bittl), Geschichte des hl. Ambr., Freiburg 1873, S. 458 f. (Anhang I) auf.
5: „Ausgewählte Schriften des heiligen Ambrosius, Bischofs von Mailand“ übersetzte Fr. X. Schulte (2 Bde.), Kempten 1871—1877), für die „Bibliothek der Kirchenväter“.
6: Schon vor dem Antritt des bischöflichen Amtes war Ambrosius literarisch tätig. So wird ihm mit triftigen Gründen eine (verloren gegangene) Abhandlung über die vier Bücher der Könige, sowie eine Bearbeitung des Geschichtswerkes des Josephus (in den Hss. „Hegesippus“) über den jüdischen Krieg vindiziert.
7: Ausgenommen ist die Erklärung zu Ps. 43, die Ambrosius seinem Sekretäre auf dem Sterbebett diktierte (Paulin. c. 42).
8: Die Schrift ,Apologia David altera‛ ist nur eine spätere Nachahmung der obigen Abhandlung.
9: „Ambrosiaster oder Kommentar zu den 13 Briefen des seligen Paulus“ (der Hebräerbrief fehlt). Als mutmaßlicher Verfasser gilt heute meist der zum Christentum bekehrte Jude Isaak.
10: Mehr als fraglich ist hingegen die Echtheit der „Erklärung des Symbolums für die Täuflinge.“ Auch die „Sechs Bücher über die Sakramente“ scheinen nur eine spätere Imitation der obigen Schrift „Über die Mysterien“ zu sein.
11: Unecht ist die angebliche „Streitschrift des heiligen Ambrosius . . .“ wider den sog. Traduzianismus.
12: Die Aufzählung derselben bei Bardenhewer III 546 f. Hier (S. 553—547) auch eine ausführliche Besprechung der ambrosianischen Hymnodie mit Berücksichtigung und Angabe der einschlägigen Literatur.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger