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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der vierte Tag. Sechste Homilie. (Gen 1,14-19)

VIII. Kapitel. Der Mond das Bild der irdischen Vergänglichkeit und sittlichen Unbeständigkeit, aber auch Herold Christi und Typus der Kirche. Die Lächerlichkeiten der Magie scheitern an Mond und Kirche: Paulus und Elymas: Petrus und Simon Magus.

31.

Solltest du dich nun wundern, wie der Mond eine Abnahme erleiden kann, nachdem doch sein Wechsel eine so gewaltige Kraftwirkung äußert, so bedenke, daß auch hierin ein großes Geheimnis liegt. An seinem Beispiele erkennst du, o Mensch, daß es unter den menschlichen Dingen und in der ganzen Weltschöpfung nichts geben kann, was nicht einmal vergehen wird. Wenn selbst der Mond, den der Herr mit dem so erhabenen Dienste, den Erdkreis zu beleuchten, betraute, wächst und wieder abnimmt alles eben, was aus dem Nichts hervorgegangen zur vollen Entwicklung gelangt, nimmt ab und nimmt von neuem ab, wenn es von neuem zur Entwicklung gelangt; denn "Himmel und Erde werden vergehen" ; wie sollten wir daraus nicht die Lebensregel ableiten einerseits in Widerwärtigkeit die Fassung nicht zu verlieren er, der alles aus dem Nichts gemacht hat, ist ja leicht imstande, dich auch zum Höchsten und Vollkommenen emporzuführen , anderseits im Glück uns nicht zu überheben, nicht irgendwie auf Macht und Reichtum uns etwas zugute zu tun. nicht auf Körperkraft und schönheit, die so leicht der Vergänglichkeit, so häufig der Veränderlichkeit anheimfallen, zu pochen, sondern nach geistigem Gnadenbesitz von bleibendem Wert für die Zukunft zu streben. Denn wenn dich schon die Abnahme des Mondes traurig stimmt, der sich doch stets verjüngt und erneut; viel trauriger muß es dich stimmen, wenn die Seele,nachdem sie im Tugendfortschritt bereits zur Vollkommenheit gelangt war, nachher wiederum so häufig ihrem Vorsatze untreu wird und aus Unbeständigkeit und Unbedachtsamkeit des Geistes ihren Eifer ändert: ein Beginnen, das Torheit und Unwissenheit verrät. Darum das Schriftwort: "Der Tor wechselt wie der Mond". Der Weise also wechselt nicht mit dem Monde, sondern "wird beharren mit der Sonne". Nicht den Mond nun trifft der Vorwurf der Torheit; denn nicht der Mond wechselt wie der Tor, sondern "der Tor wechselt wie der Mond". So währt ja des Gerechten Nachkommenschaft "gleich dem Vollmond auf ewig, und der Zeuge im Himmel ist getreu". Etwas anderes besagt: dienstbar sein müssen, etwas anderes bewußt bald so bald anders sich bestiommen lassen und aus schwächlicher Gesinngung keine feste Geistesrichtung einschlagen. Für dich müht der Mond sich, des Willens Gottes wegen ist er unterwürfig; "denn der Vergänglichkeit ist die Schöpfung unterworfen, nicht freiwillig, sondern um dessen willen, welcher sie unterworfen hat auf Hoffnung hin". Der Mond ändert sich sonach nicht freiwillig, du änderst dich freiwillig. Er "seufzt und liegt in Wehen", ob seiner Veränderlichkeit, du hast kein Einsehen und lachst häufig dazu. Er harrt mit vieler Sehnsucht auf deine Erlösung, um zur Befreiung aus der allgemeinen Dienstbarkeit der ganzen Schöpfung zu gelangen, du setzt deiner Erlösung wie seiner Befreiung nur Hindernisse entgegen. Deine, nicht seine Torheit ist also schuld, daß auch er noch der Veränderlichkeit unterliegt, solange du auf dich warten läßt und selbst spät dich nicht bekehrst.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger