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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der vierte Tag. Sechste Homilie. (Gen 1,14-19)
VIII. Kapitel. Der Mond das Bild der irdischen Vergänglichkeit und sittlichen Unbeständigkeit, aber auch Herold Christi und Typus der Kirche. Die Lächerlichkeiten der Magie scheitern an Mond und Kirche: Paulus und Elymas: Petrus und Simon Magus.

32.

Beurteile also den Mond nicht nach dem leiblichen Auge, sondern mit dem klaren Blick des Geistes!. Der Mond nimmt ab, um den Dingen ihre Fülle zu geben. Das ist nun ein großes Geheimnis. Dem verdankt er das, der allen Dingen ihre Ausstattung verliehen hat. Jener entäußerte ihn, daß er diese Fülle spende, der auch sich selbst entäußert hat, um alle Dinge zu erfüllen. Er hat sich nämlich entäußert, um für uns herabzusteigen, um für alle aufzufahren; denn "aufgefahren, so heißt es, ist er über die Himmel, damit er alles erfülle". Er also, der in Selbstentäußerung erschienen, hat aus seiner Fülle die Apostel erfüllt. Darum versichert einer von ihnen: "Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen". So kündete also der Mond das Geheimnis Christi an. Nichts Geringes ist er, in welchen Christus sein Zeichen setzte; nichts Geringes, der ein Bild der geliebten Kirche darstellt. Das zeigte der Prophet mit den Worten an: "Aufgehen wird in seinen Tagen die Gerechtigkeit und des Friedens Fülle, bis weggenommen wird der Mond". Und im Hohen Liede spricht der Herr von seiner Braut: "Wer ist doch die, welche hervorschaut wie das Morgenrot, herrlich wie der Mond, auserlesen wie die Sonne?" Und mit Recht gleicht die Kirche dem Monde: Auch sie leuchtet der ganzen Welt und ruft, die Finsternis dieser Welt aufhellend,aus: "Die Nacht ist vorgerückt, der Tag hat sich genaht". Sinnig heißt es: "welche hervorschaut", als blickte sie von der Höhe auf die Ihrigen herab. So heißt es ähnlich: " Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder". Auch die Kirche nun, die hervorschaut, hat wie der Mond ihre oftmalige Abnahme und Zunahme, aber auf ihre Abnahme wuchs sie und verdiente sich neuen Zuwachs: die Verfolgungen bringen ihr Verlust, das Martyrium der Bekenner Siegeskronen. Sie ist der wahre Mond. Vom unvergänglichen Lichte ihres Brudergestirnes borgt sie das Licht der Unsterblichkeit und Gnade. Denn die Kirche leuchtet nicht im eigenen, sondern im Lichte Christi und entlehnt ihren Glanz von der "Sonne der Gerechtigkeit", so daß sie sprechen kann: "Ich lebe aber: nicht mehr ich, es lebt aber in mir Christus". Selig wahrlich [ o Mond], der du so großer Auszeichnung gewürdigt wardst! Selig möchte ich dich preisen nicht wegen deiner Neumonde, sondern als Typus der Kirche. In ersterer Beziehung bist du ja nur unser Diener, in letzterer unser Liebling.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger