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Leo I., Papa 440-461 (Leo der Grosse) - Die (echten) Briefe v. J. 440–450
I. Echte Schreiben

8. Brief oder Verordnung Valentinians III.

8. Brief oder Verordnung Valentinians III. 1

bezüglich der Manichäer.

Die Kaiser Theodosius und Valentinianus [S. 55] (entbieten) dem prätorischen Präfekten Albinus (ihren Gruß).

Ein Aberglaube, der auch zu den Zeiten der Heiden verpönt war, der öffentlichen Zucht zuwider und dem christlichen Glauben feindlich ist, forderte unsere Milde zu seiner Zerstörung auf. Wir meinen die Manichäer, welche als verabscheuungswürdig und von der ganzen Erde zu verweisend die Verordnungen aller früheren Kaiser erklärten. Auch gestatten die neulich entdeckten Verbrechen keine Nachsicht. Denn welche Schändlichkeiten, die man nicht sagen und hören mag, wurden in dem Gerichte des seligsten Papstes Leo, vor dem ansehnlichsten Senate, durch deren eigenes Bekenntnis aufgedeckt! Ihr eigener sogenannter Bischof gestand sie mit eigenem Munde und beschrieb alle ihre geheimen Gräuel. Dies konnte unserer Kenntnisnahme sich nicht entziehen, da es für uns nicht geraten ist, eine so verwerfliche Beschimpfung der Gottheit zu übersehen und ein Verbrechen ungestraft zu lassen, durch welches nicht nur die Körper der Betrogenen, sondern auch deren Seelen untilgbar befleckt werden. Daher, Albinus, teuerster und beliebtester Vater,2 möge deine hochansehnliche und erhabene Würde wissen, dass wir durch dieses für immer geltende Gesetz, welches durch Ausstellung von Edikten zur Kenntnis aller Provinzen gelangen soll, angeordnet haben: dass, wo immer ein Manichäer entdeckt worden, er jene Strafe, welche die Gesetze gegen Heiligtumsschänder festsetzten, von Staatswegen leiden solle. Es soll als Staatsverbrechen gelten (ein Manichäer zu sein), und jedem, der einen solchen anzeigen will, steht es frei, ohne bei dieser Anklage irgend eine Gefahr zu laufen. Niemand ist es erlaubt und gestattet, solche zu verbergen oder Nachsicht mit ihnen zu haben, da alle Verordnungen früherer Kaiser bezüglich ihrer [S. 56] von uns bekräftiget sind, damit alle nach Vorlegung dieses ediktorischen Gesetzes wissen, dass die Manichäer vom Kriegsdienste und vom Wohnungsrechte in Städten auszuschließen sind, damit kein Unschuldiger durch ihren Umgang oder durch Gemeinschaft mit ihnen verführt werde. Sie dürfen Erbschaften weder antreten noch hinterlassen, sondern diese sollen unserem Fiscus anheimfallen. Auch sollen sie , was ihnen offen (zu erstreben) untersagt ist, durch keinen Betrug zu erlangen suchen. Injurialklagen anzubringen und Verträge zu schließeu ist ihnen nicht erlaubt. Die Vorgesetzten eines jeden Militärcorps oder welchen Amtes immer soll eine durch euer Amt sogleich einzutreibende Strafe von 10 Pfund Goldes treten, wenn sie einen mit diesem Aberglauben Befleckten Kriegsdienste tun lassen. Denn keine Bestimmung erscheint gegen solche zu strenge, deren schamlose Verkehrteit unter dem Namen der Religion Schandtaten begeht, welche selbst den für die Wollust bestimmten Orten unbekannt sind oder verabscheuungswürdig erscheinen. Gegeben am 19. Juni in Rom unter dem 6. Consulate des Kaisers Valentinianus und dem des Nomus, 3 der erlauchtesten Männer.

1: Baller. I. p. 626, Mansi V. p. 1238; Cacciari II. P. 35 nach Num. 8.
2: Parens carissime A. A. (i. e. ac amantissime)ist eine für prätorische Präfekten gebräuchliche Titulatur.
3: D. i. i. J. 445.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger