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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der dritte Tag. Vierte und fünfte Homilie. (Gen 1,11-13)
IX. Kapitel. Die Giftpflanzen keine Instanz gegen Gottes gütige Vorsehung: sie tragen in ihrer Art zum Ganzen der Schöpfung bei. Die Giftpflanzen Heilmittel, für gewisse Tiere Nahrungsmittel. Ihrer Gefahr läßt sich vorbeugen, ihr Nutzen wahrnehmen: wie versteht sich selbst das unvernünftige Tier auf beides! Der vernünftige Mensch sollte für Gottes Gaben kein Verständnis haben?

41.

Wenn nun die unvernünftigen Tiere die Kräuter kennen, mit welchen sie Heilung, die Mittel, mit welchen sie Hilfe sich schaffen: sollte der Mensch mit dem ihm angeborenen vernünftigen Sinn es nicht? Oder sollte er der Wirklichkeit so fremd gegenüberstehen, daß er gar nicht einsieht, was sich jeweils zum [S. 105] Gebrauch eignet? Oder wollte er für die Gaben der Natur so undankbar sein und glauben, es hätte, weil ein Schluck Stierblutes für den Menschen todbringend ist, das Zugtier entweder gar nicht ins Dasein oder aber ohne Blut ins Leben treten sollen? Und doch ist seine Kraft ― so nützlich für den Ackerbau, so tauglich für den Wagendienst, so köstlich zum Genusse ― in mannigfacher Dienstleistung eine starke Stütze für die Landleute. Diesen hat Gott überhaupt, „wenn sie ihre Güter erkennen wollten“1, mit den Worten: „Es sprosse die Erde das Grün des Grases, Samen treibend nach seiner Art“ alles geschenkt. Er meinte nämlich darunter nicht bloß die von selbst sich darbietende Nahrung, wie sie an Kräutern, Bäumen und sonstigen Fruchtpflanzen hängt, sondern auch die durch wirtschaftlichen Fleiß gewonnene und durch ländlichen Ackerbau mühsam erworbene.

1: Verg., Georg. II 458.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger