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Athanasius (295-373) - Unseres heiligen Vaters Athanasius, Erzbischofes von Alexandrien, Brief an den Dracontius (Epistula ad Dracontium)

6.

Laß dir also nicht das Gegentheil von diesem rathen. Denn Gott kennt unsere Verhältnisse besser, als wir selbst, und er weiß, welchen er seine Kirchen anvertraut. Denn sollte Jemand nicht würdig seyn, so blicke er nicht auf den frühern Lebenswandel zurück, sondern er verrichte sein Amt, damit er nicht ausser dem Fluche wegen seines Lebens auch [S. 294] noch Fluch wegen seiner Nachlässigkeit davon trage. Da du also dieses weißt, lieber Dracontius, und verständig bist, findest du dich in deiner Seele nicht betroffen? Bist du nicht besorgt, daß keiner der dir Anvertrauten verloren gehe? Brennst du nicht gleichsam von dem Feuer des Gewissens? Fürchtest du nicht den Tag des Gerichtes, an welchem keiner deiner jetzigen Rathgeber als Helfer auftreten wird? Ein jeder wird ja von dem, was ihm anvertraut ist, Rechenschaft geben müssen. Denn was hat dem, welcher das Geld vergrub, seine Entschuldigung geholfen? Oder was haben dem Adam die Worte genützt:1 „Das Weib hat mich betrogen?“ Obgleich du in Wahrheit schwach bist, lieber Dracontius, so mußt du doch diese Obsorge übernehmen, damit nicht, da die Kirche verlassen ist, die Feinde deine Flucht zum Vorwande nehmen, und derselben schaden. Du mußt dich umgürten, damit du uns im Kampfe nicht allein lassest; du mußt mit den Andern arbeiten, damit du mit Allen auch den Lohn empfangest.

1: Genes. III.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger