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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

8.

Haben nun, da diese so träumen, die Apostel, weil sie sich dieser Worte bedienten, darum Christum nur für einen Menschen, und weiter für nichts gehalten? Keineswegs; dieses soll uns gar nicht einmal in den Sinn kommen! Vielmehr haben sie auch dieses als weise Baumeister und Verwalter der Geheimnisse Gottes gethan, und zwar aus einem vernünftigen Grunde. Denn da die damaligen Juden, [S. 264] welche selbst irrten und die Heiden irre führten, Christum nur für einen bloßen Menschen hielten, welcher eben so wie die übrigen Kinder Davids aus dem Stamme Davids hervorgehen würde; so glaubten sie weder, daß er Gott, noch daß das Wort Fleisch geworden sey. Deßhalb erklärten die seligen Apostel mit vieler Einsicht den Juden zuerst die Menschheit des Erlösers, um sie durch die gewirkten und gesehenen Wunder ganz zu überzeugen, daß Christus bereits angekommen sey, um sie zum Glauben an seine Gottheit zu führen, indem sie ihnen bewiesen, daß die Werke, welche er that, nicht die eines Menschen, sondern Werke Gottes seyen. Wahrlich, Petrus hat, als er Christum einen leidenfähigen Mann nannte, sogleich beigefügt:1 „Dieser ist der Urheber des Lebens.“ Und im Evangelium legt er das Bekenntniß ab:2 „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Und in seinem Briefe nennt er ihn den Bischof der Seelen, und seinen und der Engel und Heerschaaren Herrn. Auch Paulus, welcher sagt, Christus sey ein Mann aus dem Samen Davids, schrieb an dieHebräer:3 „Welcher der Abglanz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens ist;“ an die Philipper aber:4 „Welcher, obwohl er göttlicher Natur war, es nicht wie eine Beute zur Schau trug, daß er Gott gleich war.“ Die Ausdrücke aber: Urheber des Lebens, Sohn Gottes, Abglanz, Ebenbild, Gott gleich, Herr, Bischof der Seelen, was wollen sie anders sagen, als daß das Wort Gottes, durch welches Alles gemacht wurde, in dem Leibe war, und daß es unzertrennlich ist von dem Vater, wie der Glanz von dem Lichte?

1: Ap. G. III, 15.
2: Matth. XVI, 16.
3: Hebr. I, 3.
4: Philipp. II, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger